Konzerte & Party

Blumio im Cassiopeia

BlumioAls der HipHop-Produzent Plat­­tenpapzt, mit der Fresh Familee Anfang der 90er Jahre ein Pionier des deutschsprachigen Rap, 2002 den Nachwuchscontest Biggo Bounce ausschreibt, schickt Blumio, damals 17 Jahre alt und noch mit Zahnspange ausgestattet, eine Aufnahme ein. Aufgenommen hat er seinen Beitrag auf „einem dreckigen Kassettenrekorder„, sagt der heute 24-Jährige. „Die anderen hatten ihre Sachen schon auf CD geschickt, aber der mit der Kassette hat gewonnen.“
Plattenpapzt-Kumpel Don Tone nimmt Blumio fortan unter seine Fittiche. Dass zwischen dem erfolgreichen Contest und dem im vergangenen Juni erschienenen Debüt „Yellow Album“ sieben Jahre vergingen, habe daran gelegen, „dass ich meine Zeit gebraucht habe“, sagt Blumio. „Ich hab mir immer gedacht: Jetzt bin ich noch nicht gut genug!“ Die Zeit überbrückt er mit Gastauftritten und Mixtapes, mit „Lieblingsrapper“ gelingt ihm ein erster Achtungserfolg. Auf dem Titel imitiert Blumio zahlreiche deutsche Rapgrößen wie Savas und Curse in Flow und Stimm­lage. „Viele haben dann gesagt: Der kann nichts eigenes, der kann nur andere nachmachen“, sagt der Düs­seldorfer mit japanischen Wur­zeln.
Mit Don Tone, der in der Vergangenheit unter anderem für Sido und die Fantastischen Vier produziert hat, setzt sich Blumio dann ans Album. „Der Mann hat mir 20 Jahre Musikgeschichte voraus“, sagt Blumio. Das macht sich etwa auf dem Track „Hey Mr. Nazi“ bemerkbar, für den Tone das mehr als 40 Jahre alte „Coffee Cold“ von Jazzkomponist Galt MacDermot gesampelt hat.
Neben dem politischen Track, der bei YouTube bereits mehr als zwei Millionen Mal angeklickt wurde, steht Blumio für Selbstironie, ständige Anspielungen auf seine japanischen Vorfahren sind dabei aber auch Marketing, „das merken sich die Leute voll“. Das eigene Label heißt Japsensoul, die Liveband Yellow Man Group: „Wenn einer sagt, ich bin ein cooler Japse, dann sage ich: ‚Ja, das bin ich!'“

Text: Torsten Landsberg

Blumio & Die Yellow Man Group, Cassiopeia, Mo 7.12., 21 Uhr, VVK: 15 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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