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Blur: The Magic Whip

Blur: The Magic WhipStephen Street sitzt auf dem Produzentenstuhl und Graham Coxon ist wieder zweite treibende Kraft. In den bereits bekannten Stücken „Go Out“, „Lonesome Street“ und auch in „I Broadcast“ kehrt der Gitarrist wie gewohnt seinen Hang zum Punk und Noise-Rock heraus. Angesichts dieser Hörproben mag man an die Blütezeit der Band zurückdenken, an den Britpop gar. Man sollte aber nicht zu weit in diese Richtung denken.
Mit „The Magic Whip“ haben Blur, wie sich bereits am Cover erkennen lässt, den Arbeitsschwerpunkt verlegt. Auslöser war ein ungeplanter Aufenthalt in Hongkong. Die Band hing dort im letzten Jahr nach einem überraschend abgesagten Festival in Japan fest und machte aus der Not eine Tugend. Sie ging ins Studio. Albarn kehrte ein paar Monate später noch einmal zurück, um an den Texten zu arbeiten. Durch diese Nachbearbeitung bewegt sich die Musik in eine melancholische Richtung, die schon für sein eigenes Album „Everyday Robots“ typisch war. „New World Towers“ ist ein psychedelischer Track mit trippigem Dub-Rhythmus, in dem es um die Verwunderung über architektonische Auswüchse in Fernost geht. Auch die Menschenmassen in den Großstädten beunruhigen den Sänger, „There Are Too Many Of Us“ nach zu urteilen.
Lockerer ist die Stimmung im an Fun Boy Three angelehnten „Ghost Ship“, hier hat Bassist Alex James seinen besten Auftritt. ?Das Kneipenlied „Ong Ong“ macht mit La-La-La-Chören im Hintergrund und kurzem ?Piano-Einsatz schnell gesellig. In der Summe haben Blur mit ihrem Comeback eine ?spannende Zwischenstufe erreicht.

Text: Thomas Weiland

Blur, The Magic Whip (Parlophone/Warner)

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