Songwriter

Bob Dylan spielt in Berlin

Super Spätphase: Bob Dylan macht auf seiner niemals endenden Reise Station in Berlin

Foto: Barry Feinstein

Eine Frühlingstour durch Europa, im Juli ein Konzert mit Neil Young im Hyde Park, die 14. Ausgabe der Bootleg-Series, eine Aufarbeitung des 1975er Albums „Blood on the Tracks“ ist vor wenigen Monaten erschienen und Netflix hat Martin Scorseses Doku über die „Rolling Thunder Revue“ angekündigt, jene legendäre Tour, die Dylan mit befreundeten Musikern Mitte der Siebziger unternahm. Und Gerüchte über ein neues Album geistern seit einiger Zeit durch die einschlägigen Dylanologen-Foren. Business as usual im Leben des Nobelpreis-gekrönten Songwriters, des Shakespeares unserer Zeit.

Anfang April macht die „Never Ending Tour“ in Berlin Station. 17 Mal trat Dylan seit 1990 hier auf, im ICC und der Waldbühne, Arena, Zitadelle, Max-Schmeling-Halle und Tempodrom, 2011 auch mal in der O2-Arena. Nun kommt er wieder in die gleiche, nun in Mercedes-Benz umbenannte Arena. Im letzten Jahr spielte Dylan eine Mischung aus neueren Songs wie „Scarlet Town“, „Pay In Blood“ und „Early Roman Kings“ neben Klassikern, darunter „Highway 61 Revisited“, „Don‘t Think Twice, It’s All Right“ und „Blowin’ in the Wind“. Dylan singt seine Lieder heiser und abgründig, haut in die Klaviertasten, bläst die Harmonika und lässt sich von seiner gut geölten Begleitband im zeitlosen Country-Rock-Folk-Blues-Twang davontragen. Die Stücke vom Great American Songbook, die noch bis 2016 den Kern seiner Auftritte ausmachten, sind nahezu komplett verschwunden. Die Sinatra-Phase ist abgeschlossen, wir befinden uns in der Spätphase, immerhin wird Dylan im Mai 78. Aber wohin ihn die nie endende Reise noch führen wird, weiß nur der Wind.

Mercedes-Benz Arena Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, Do 4.4., 20 Uhr, VVK ab 87 €

Mehr über Cookies erfahren