Konzerte & Party

Bob Dylan und Mark Knopfler in der O2-World

Bob Dylan

1961: Über seine Nachbarn lernt Dylan Harry Belafonte kennen. Der berühmte Sänger ist begeistert von Bobbys rauem Mundharmonikaspiel und engagiert ihn für eine Session. 1962 erscheint Belafontes Album „Midnight Special“, es ist Dylans erste offizielle Plattenaufnahme, sein eigenes Debüt folgt kurze Zeit später.
1963: Er ist der unumstrittene König von Greenwich Village, doch Joan Baez bereits ein richtiger Star. Die politisch engagierte Sängerin nimmt Dylan als Gastsänger auf ihre USA-Tournee mit. Eine Liebesbeziehung wird dem Paar nachgesagt, doch Bob nutzt die Zusammenarbeit vor allem als Sprungbrett.
1965: Die Lust am akustischen Folk ist verweht, Dylan sehnt sich nach Elektrizität und Lautstärke und findet in Robbie Robertson, Rick Danko, Levon Helm, Richard Manuel und Garth Hudson willige Mitstreiter, die sich ab 1967 einfach nur The Band nennen. Mit den hartgesottenen Bartträgern erfindet er im Keller eines pinken Hauses in Woodstock einen uramerikanisch anmutenden Sound. Die Mischung aus Folk, Rock, Blues und Country erscheint vorerst als Bootleg, erst 1975 kommen die „Basement Tapes“ offiziell in den Handel.
1969: Countrymusik mochten die Hippies als reaktionär und rassistisch abstempeln, Dylan ist das herzlich egal. Im Februar geht er mit seinem Freund Johnny Cash ins Studio. Die entstandenen Aufnahmen sind bislang unveröffentlicht, nur „Girl From The North Country“ landet auf Dylans Album „Nashville Skyline“.
1977: Phil Spector im Kokainwahn. Während der Arbeit an Leonard Cohens Album „Death Of A Ladies Man“ bedroht der Produzent den kanadischen Songpoeten mit einer Pistole. Dylan und der Beatnik-Dichter Allen Ginsberg eilen herbei und singen auf „Don’t Go Home With Your Hard-On“ im Hintergrund mit.
Marc KnopflerDer Grundstein für Dylans und Knopflers gemeinsame Tour wird 1979 gelegt. Sie lernen sich nach einem Konzert der Dire Straits kennen, und Dylan schlägt dem englischen Gitarristen spontan eine Zusammenarbeit vor. Knopfler spielt auf dem christlich geprägten Album „Slow Train Coming“ und produzierte 1983 „Infidels“.
1985: Keith Richards, Ron Wood und Bob Dylan treten auf die Live-Aid-Bühne und liefern einen legendär misslungenen Auftritt ab, der in einer wirren Ansprache Dylans mündet. Ein unglücklicher Höhepunkt des Gutmenschen-Jahres 1985, das mit der Megakomposition „USA for Africa“ beginnt, an der sich Dylan ebenfalls beteiligt.
1987: Grateful Dead, die wichtigste Band der Hippiegeneration, und Dylan gehen gemeinsam auf Tour und veröffentlichen das Album „Dylan & The Dead“. Was nach einer guten Idee klingt, erweist sich als künstlerische Fehlentscheidung.
1988: Dylan tritt der Supergroup Traveling Wilburys bei, in der neben ihm auch George Harrison, Jeff Lynne, Tom Petty, Roy Orbison und Jim Keltner mitwirken. 1990 wird der noble Herrenclub aufgelöst.
1990: Ein Tiefpunkt in Dylans Laufbahn. Miserable Alben wie „Under The Red Sky“ gehen unter und Kooperationen mit dem Guns’n’Roses-Gitarristen Slash und Elton John tragen nicht zur Verbesserung der Situation bei.
2011: Bei der Grammy-Verleihung kommt der Messias zu seinen Jüngern. Dylan singt „Maggie’s Farm“ und lässt sich von den jungen Americana-Bands Mumford and Sons und The Avett Brothers begleiten.

Zusammengestellt von Jacek Slaski

Foto von Bob Dylan: William Claxton

Foto von Mark Knopfler: Zoriah

Bob Dylan & Mark Knopfler, O2 World, Sa 29.10., 19.30 Uhr, ausverkauft

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