Konzerte & Party

Bobby Long in der Wabe

BobbyLongUnd wieder wird der Saal fest in Frauenhand sein. Bobby Long ist ein Ladys’ Man, gerade wie einst sein Idol Leonard Cohen. Heute aber, in einer von Looks geprägten, von Boygroups und Castingshows banalisierten Popkultur könnte das eher Anlass für Skepsis sein, zumal der 27-jährige Songwriter den zweiten großen Makel mit sich schleppt: Es gibt da eine gewisse Vampir-Connection. Kurz bevor sein zweites Studioalbum „Wishbone“ veröffentlicht wird, geht der hochgewachsene Künstler auf Tour, wird sich, wie er selber sagt, hinter seiner Gitarre verstecken und die andere Seite seiner Kreativität tunlichst heraushalten, denn eine Vermischung könnte prätentiös wirken. „Losing My Brotherhood“ heißt sein erster Gedichtband, den er im Sommer veröffentlichte und in dem er sein bewegtes und oft einsames Leben verarbeitet.

Aufgewachsen im ländlichen Norden Englands, studierte er in London, lebte zwei Jahre mit drei Freunden unter einem Dach, um von dort nach New York aufzubrechen. In der Londoner Open-Mic-Szene hatte er den Songwriter Marcus Foster und den Star-in-the-making Rob Pattinson kennengelernt, schrieb für die Vampir-Saga „Twilight“ den Song „Let Me Sign“. Sein Debütalbum produzierte er im Epizentrum analoger Glaubwürdigkeit, den Toe Rag Studios. Er ist ein Wortschmied alter Schule, seine Poesie ist stimmungsintensiv, voll deskriptiver Wortschönheit und melancholischer Erinnerungen. Ein Träumer, dessen Sprache nie ermüdet und der mit gefühlsintensiven Worten Verschmelzung sucht, vorgetragen mit angerauter Stimme. Unglaublich, dass er in Deutschland keinen Plattenvertrag hat, noch haben die Ladys ihn wohl für sich.

Text: Christine Heise

Bobby Long Wabe, Sa 19.1., 21 Uhr, VVK: 17 Ђ zzgl. Gebühr

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