Konzerte & Party

Bombay Bicycle Club im Astra Kulturhaus

Bombay Bicycle Club

Als Bombay Bicycle Club 2009 ihr Debütalbum einspielten, waren die vier Londoner gerade mal 16, 17 Jahre alt. Fast ging es den Schülern zu schnell voran mit der Musikkarriere: angefangen mit dem Angebot von Arctic-Monkeys-Produzent Jim Abbiss, die Jünglinge im Studio zu unterstützen, bis hin zur Prämierung durch den „NME“ 2010 als „beste neue Band“. Heute blickt das Quartett, das sich nach einer indischen Restaurantkette benannt hat, auf drei Alben zurück; es spielt in Londons 10?000 Personen fassendem Alexandra Palace, und Festival-König Melvin Benn attestierte ihnen „Head­liner-Potenzial“. Eine erstaunliche Erfolgsstory, wo die Truppe um Sänger Jack Steadman doch für eine introspektive, detailverliebte Pop-Spielart steht, deren Qualität sich nicht auf Anhieb erschließt. Als Math-Rock mit Folk-Ausläufern nach Vorbild von US-Bands wie Death Cab For Cutie oder Animal Collective kann man den feingliedrigen, mit Samples bestückten Klang bezeichnen. Die Rhythmen auf dem aktuellen Album „A Different Kind Of Fix“ sind leichtgängig und raffiniert, Gitarrenlinien vervielfachen sich zu spannendem Schichtwerk. Weniger geht es um den großen Poprefrain als um ein interessantes Innenleben – das passt zu Steadman,  dem plagender Herzschmerz in der zarten Kehle liegt. Was sein Potenzial als Festivalgigant angeht, zeigt sich der Frühzwanziger skeptisch: „Ich glaube nicht, dass wir die typische Arena-Rockband sind; dafür sind wir viel zu tapsig und ungelenk auf der Bühne.“

Text: Ulrike Rechel

Bombay Bicycle Club, Astra Kulturhaus, Mo 7.5., 20 Uhr, VVK: 21?Euro

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