Wüstenblues

Bombino und Tamikrest spielen in Berlin

Musik als Anwalt: Mit Bombino und Tamikrest kommen zwei Shooting-Stars der Tuareg-Szene nach Berlin

Foto: Sebastien Rieussec

Kidal im Nordosten Malis ist mehr als nur eine Stadt. Sie ist auch ein Symbol für die jahrzehntelangen Autonomiebestrebungen der dort ansässigen Tuareg. Seit der Unabhängigkeit Malis 1961 stand die Stadt immer wieder im Zentrum von Aufständen, die letzte Tuareg-Rebellion vor drei Jahren nutzte die Al-Quaida-nahe Gruppe Ansar Dine für eine feindliche Übernahme. Von den Wunden, den die Kämpfe und das Gefühl der Heimatlosigkeit hinterlassen haben, erzählen auch die Lieder der malischen Bluesband Tamikrest um den Gitarristen Ousmane ag Mossa, der in der umkämpften Region geboren wurde. Ihr vieres Album „Kidal“ ist eine Hommage an den Kampfgeist der Tuareg, die seit über 50 Jahren in der malischen Gesellschaft marginalisiert leben. Bereits als Kind wollte Ousmane Anwalt seines Volkes werden, dann hörte er im Radio ein Lied der Tuareg-Pioniere Tinariwen – und entschied sich für die Musik.
Im Windschatten von Tinariwen hat in der Subsahara eine junge Generation von Musikern das Tuareg-­Musikgut wiederentdeckt und mit westlichen Einflüssen kombiniert. Die Lieder Tamikrests sind eher traditionell geprägt, Ousmanes singt in Tamaschek, der Sprache der Tuareg. Ganz anders der nigrische Gitarrist Bombino, der andere Shooting Star der Szene. Bombinos elektrifiziertes Gitarrenspiel ist unverkennbar von Hendrix, aber auch vom Reggae beeinflusst. Sein 2013er-Album „Nomad“ produzierte Black-Keys-Frontmann Dan Auerbach. Dass beide Bands innerhalb einer Woche in der Stadt gastieren, ist ein seltener Glücksfall. Tuareg-Festspiele in Berlin.

Tamikrest Lido, Cuvrystr. 7, Kreuzberg, Fr 28.4., 20 Uhr, VVK 22,50 € zzgl. Gebühren

Bombino Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, Di 2.5., 20 Uhr, VVK 23,50 € zzgl. Gebühren

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