Konzerte & Party

Bonobo im Gretchen

Bonobo

Sein erstes Album „Animal Magic“ hat Simon Green 2001 veröffentlicht. Schon damals hat sich der offenkundig tierliebende Produzent, der sich den Künstlernamen Bonobo gegeben hat, nicht an der Aktualität orientiert. In die raue, laute und düstere elektronische Musik der Nullerjahre hat er sich nie eingeklinkt. Green ist stets einem für die Neunziger typischen Soundgefühl treu geblieben. Seine Haltung zur Musik ist grundentspannt, er liebt die langsame Beat-Abfolge im TripHop und von Downtempo-Acts. Grooves sind ihm wichtig, Melodien ebenso. „Es ist mir egal, welchem Genre ein Track zugeordnet wird. Wenn er auf einem Instrument wie der Gitarre oder dem Klavier nachgespielt werden kann und dabei seinen Wiedererkennungswert nicht verliert, funktioniert er für mich“, sagt Green. Für die Melodien auf dem letzten Album „Black Sands“ sorgte Andreya Triana, die ihre Stimme anpassen und ein Spektrum von lasziver Nachtclub-Sängerin bis zum lebhafteren Tonfall einer Rуisнn Murphy abdecken kann. In den Instrumentals kommen Partikel aus asiatischer Folklore, Jazz oder Streicherpassagen zum Einsatz, die alle für sich für geruhsames Kopfkino sorgen. Green entwickelt seine Klänge heute am Computer oder lässt sie von Musikern einspielen. Die Zeiten der stundenlangen Suche nach aufregenden und seltenen Samples in Plattenläden sind vorbei, in diesem Punkt hat er sich schon der heutigen Zeit angepasst. Und den einen oder anderen Banger wird er sicher in der Silvesternacht auch bringen.

Text: Thomas Weiland

Gretchen goes 2013 mit Bonobo + The Sexinvaders + Delfonic u. a., Gretchen, Mo 31.12., 23 Uhr, VVK: 19 Euro zzgl. Gebühr

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