Konzerte & Party

Booker T. Jones im frannz Club

Booker T. Jones

Booker T. Jones hat wie kein anderer den Sound der Hammondorgel in die Popmusik getragen. Raus aus der Kirche, rein in die Recordingstudios von Memphis. Sein Stück „Green Onions“ von 1962, das er mit The MG’s nicht nur in die Charts brachte, sondern auch auf den Dancefloor, dieses funky, groovy Rock-&-Soul-Instrumentalstück, sitzt noch heute wie eine eins im Popbewusstsein – einmal kurz angespielt, zack, jeder kennt es. Anderen Hammondmeistern wie Billy Preston und Brian Auger ist ein so signifikantes Stück nicht gelungen. „Green Onions“ stand zudem für den weltberühmten Stax-Sound, den Künstler wie Otis Redding, Rufus Thomas, Isaac Hayes und The Staple Singers für das Label Stax Records erschufen, Booker T. & The MG’s waren dabei als Hausband allgegenwärtig. Seit 2009 erlebt Booker T. Jones nicht nur ein Comeback, sondern auch ein neues Kapitel seiner Karriere. Die Alben „Potato Hole“ und „The Road From Memphis“ dokumentieren ein Feuerwerk an Crossover, nicht nur seine Pionierleistung in den Sixties zwischen Schwarz und Weiß betreffend, sondern ein Crossover der Stile – die Rockmusiker von Drive-By Truckers, die HipHopper von The Roots, Lou Reed, Neil Young, Matt Berninger von The National, Soulsängerin Sharon Jones. Das neueste Album „Sound The Alarm“ erscheint gar auf dem wiederbelebten Stax Label – eine kleine Sensation. „Ich habe als Teenager viel Blut und Schweiß in die alte Firma gesteckt, dann kamen die Anzugträger, haben den Erfolg gekauft, und alles fiel auseinander.“ Mit Mayer Hawthorne und Kori Withers sind auch die Hoffnungsträger der Gegenwart an der Seite des fast Siebzigjährigen, der nicht nur mit seinem musikalischen Stil ansteckt, sondern auch mit seiner hohen Moral.

Text: Christine Heise

Booker T. Jones, frannz, Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, Di 15.07., 20 Uhr, ?VVK: 30 Euro zzgl. Gebühr

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