Konzerte & Party

The Books in der Volksbühne

The Books

Wer gern auf Flohmärkten stöbert, kennt die Anziehungskraft, die von obskuren Objekten ausgehen kann. Plötzlich geht man mit einer unhandlichen Unterrichtstafel nach Hause,  einer Schallplatte mit Skigymnastik oder einem fremden Fotoalbum. Was das Aufspüren bemerkenswerter Audio-Dokumente angeht, sind Nick Zammuto und Paul de Jong alias The Books geübte Spürnasen. Das Duo, das sich vor elf Jahren in New York gründete, baut seine Tracks um sprichwörtlich „merkwürdige“ Samples, die man sonst wohl nie gehört hätte. Im Falle des aktuellen vierten Albums „The Way Out“ stammen Schlüsselzeilen oder Dialogpassagen beispielsweise aus Fernsehpredigten, 80er-Jahre-Radiowerbung für Kassettenrekorder oder von Meditationsplatten. Unterwegs erklingt auch mal die freundliche Hindi-Sprachmelodie Mahatma Gandhis mit einer Friedensbotschaft auf Englisch. Die sorgfältig aus ihrem Kontext geschälten Fundstücke, die The Books meist samt dem Knistern betagten Vinyls oder dem Leiern ausgespielter Kassetten übernehmen, verknüpfen die beiden mit Beats, Gitarre, Cello-Klängen und gelegentlichem Gesang zu anrührend poetischen Pop-Collagen. Live erweitern sie ihre Tracks gern noch um eine visuelle Komponente: mit Bildern aus staubigen VHS-Kassetten, die anderswo auf dem Müll landen würden oder in einem Karton Flohmarktplunder.

Text: Ulrike Rechel

The Books, Volksbühne, Di 26.4., 20 Uhr, VVK: 25,60 Euro

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