Konzerte & Party

Born Again Hippie

Während man hierzulande seinen Namen kaum kennt, geschweige denn aussprechen kann, hat er in den USA die Charts gestürmt, einen Grammy erhalten, für die Stones und Alanis Morissette eröffnet und den Namen, ursprünglich tschechischer Natur, in Mr. A-Z verwandelt, denn das versteht jeder. Er selber stammt aus Virginia, hat an einer Schauspiel- und Gesangsschule in New York sein Glück versucht, aber nach zu vielen Büchern von Jack Kerouac zog es ihn in die von Jewel losgetretene Coffeeshop-Szene rund um San Diego. „Sie selber ist nicht mehr da, aber die Leute blieben hungrig und ziehen mit den Songwritern von Shop zu Shop.“ Eines Tages, so träumt er weiter, wird er für sich und die anderen seinen eigenen Shop haben. Ein bescheidener Wunsch, gemessen an seinem Erfolg, der das nötige Kleingeld längst eingebracht haben dürfte.

Songschreiben, so sieht es der agile 30-Jährige, ist eine sportliche Angelegenheit, und er gibt unumwunden zu, dass er 50 von 100 Songs Bob Schneider verdankt. Jenem Multitalent aus Austin, Texas, das seit Jahren für rauschende Konzerte sorgt, lustige Perücken trägt und – Jason nicht unähnlich – eine über­schwäng­liche Form von Popfunk zelebriert. Er rief ein Songwriterforum ins Leben – wer macht das beste Stück aus nur einem Stichwort –, und so baute Jason sein Talent aus. Mit bühnenerprobten Songs und üppigem Selbstbewusst­sein ausgestattet, greift auch sein neues „Born Again Hippy“-Album in die Vollen. Pop, HipHop, Funk und Rock, dazu ein bisschen Ska und die Jungshaftigkeit а la Jamie Cullum oder Jack Johnson. Ohne falsche Bescheidenheit liebt er unkomplizierten Sex („You make my slacks tight“), seine Traumfrau trägt einzig Flip-Flops, und Konzerte sind erst dann ideal, wenn sie auch Elemente von Comedy, Zirkus und Magie enthalten. Seine Message: einfach leben. Hurra.
Text: Christine Heise

frannz in der Kulturbrauerei

Mehr über Cookies erfahren