Konzerte & Party

Brendan Benson im Magnet

Brendan BensonBrendan ist der einzige Songwriter in Detroit, der den Ehrgeiz hat, wirklich gute Songs zu schreiben, sagt Jack White über seinen Freund und Bandkollegen. Dem Erfolg der Raconteurs stand also nichts im Wege, und der Rest ist Geschichte. Es produziert ein breites Grinsen auf Brendan Bensons Gesicht, denn zum ersten Mal in seinem Musikerdasein sieht er richtig Geld. Konnte aus dem verhassten Detroit wegziehen, wo er zuletzt überfallen, zusammengeschlagen und ausgeraubt wurde. Er lebt nun in Nashville und findet es großartig. Drei fabelhafte Soloalben hatte er bis dahin realisiert, das vierte, „My Old, Familiar Friend„, erschien im August. Allesamt am rockigeren Ende des Powerpopspektrums mit Scott Walker, Beatles, Beach Boys und The Who als Referenzen, beeindruckend perfekte Songperlen, und von der Kritik mit höchster Anerkennung bedacht, allein das große Publikum blieb aus. Und so sitzt das Genie in der Ecke, verkannt und gescheut und mit dem Stigma des Controlfreaks bedacht, der am liebsten alles alleine macht und nicht anders kann.
Ein Missverständnis, sagt er, denn eigentlich ist er viel lieber in einer Band. Ein glamouröser Star wie sein berühmter Freund ist er jedoch mitnichten. Dafür gehen ihm die guten Ideen nicht aus. Zum Beispiel ein Stück der Raconteurs noch einmal mit der britischen Soulsängerin Adele einzuspielen. Von der Plattenfirma komplett verpennt, beeindruckte das Ergebnis aber Produzent Rick Rubin so sehr, dass er nun gleich ein ganzes Album mit ihr macht, und Benson soll fleißig Stücke schreiben. Das kann er wie kaum ein zweiter und ringt darin nicht selten offensiv mit seinen Neurosen. Aber er liebt sie, er liebt sich, und jetzt sind wir dran.

Text: Christine Heise

Brendan Benson, Magnet, Do 5.11., 21 Uhr, VVK: 14 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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