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Britney Spears: Britney Jean

Britney Spears: Britney JeanGerade hat sie ihren 32. Geburtstag gefeiert. Das ist ein Alter, in dem man ruhig mal darüber nachdenken kann, wie es weitergehen soll. Britney muss sich dem Eindruck eines andauernden Abwärtstrends erwehren. Sicher, „Scream & Shout“ war letztens ein Welthit, aber der gehört eigentlich William „will.i.am“ Adams. Sonst muss man schon bis „Womanizer“ zurückdenken, wenn man einen durchschlagenden Erfolg finden will. Ein Riesen-Desaster war die letzte Single „Perfume“, sie landete in den Charts nur unter ferner liefen.
Immerhin: Die Sängerin hat einen Plan, wie die Wende zum Besseren erfolgen soll. Sie will persönlicher werden, deshalb hat sie das Album nach ihren beiden Vornamen benannt. Aber was bitte bedeutet persönlich? Was hört sich hier so an, als könne es nur von Britney kommen? Ganz bestimmt nicht „It Should Be Easy“. Allein an dieser Nummer waren sechs Songschreiber und sechs Produzenten beteiligt, darunter will.i.am, David Guetta und die beiden Holländer Giorgio Tuinfort und Nicky Romero. Das Ergebnis entspricht dem, was in den USA derzeit bis in die letzten Winkel der Vorstädte vordringt. Es ist eine Musik, die sich allen Ernstes EDM (Electronic Dance Music) nennt und nichts anderes als eine Abwandlung der uralten Euro-Trance-Techno-Tortur darstellt. Der Mittelteil von „Britney Jean“ ist voll davon und zu vernachlässigen.
Besser macht sich der Scifi-Pop von William Orbit in „Alien“. Hier drängt sich nichts tollpatschig auf und ist ein künstlerischer Wert vorhanden, der früher schon Madonna geholfen hat. Positiv erwähnt werden muss der Input des Iren Danny O’Donoghue von The Script in „Now That I Found You“. Dieser zur Deluxe-Edition gehörende Titel fällt mit folkloristischer Feierstimmung aus dem Rahmen. Allein dank solcher Lichtblicke wird sich Britney nicht rehabilitieren können. Besser als beim Hören der letzten Schwachwerke von Lady Gaga oder Katy Perry fühlt man sich aber schon.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Zwiespältig (3/6)

Britney Spears, Britney Jean (RCA/Sony)

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