Konzerte & Party

Broken Bells im Huxleys

Broken Bells

Nun muss Brian Burton alias Danger Mouse tatsächlich damit leben, dass man im Zusammenhang mit ihm die Bee Gees erwähnt. Es wird ihm nicht weiter schaden. Die Grundstärke dieses seit Jahren in verschiedenen Konstellationen brillierenden Produzenten (Gorillaz, Beck, The Black Keys) liegt darin, dass er jede Situation annehmen und nutzen kann. Natürlich geht auch der Song „Holding On For Life“, der besagten Vergleich hervorgerufen hat, voll in Ordnung. In ihm kommt Falsettgesang vor, der dem der Gibb-Brüder verdächtig ähnelt. Er ist das Werk von James Mercer, der sonst in der Indie-Band The Shins zu Hause ist und sich seit einigen Jahren das Hobby gönnt, mit Burton Musik unter dem Namen Broken Bells zu machen. Die Sache nimmt stetigere Formen an als zunächst vermutet. Das Anfang des Jahres erschienene Album „After The Disco“ ist schon das zweite des Duos und lässt ein Faible für die Musik der Siebziger erkennen. In der akustischen Ballade „The Angel And The Fool“ entdeckt man Spuren von Robert Plants Gesang. Burton betätigt sich wie so häufig als Klangfanatiker, der auf Tupfer setzt, die weder bei The Shins noch bei anderen Indie-Bands auftauchen. Etwas Spaghetti-Western-Twang, Streicherpassagen wie im Philly-Soul, der bauchige Bass aus den Produktionen von Serge Gainsbourg und enthusiastische Chöre sorgen für besondere Momente. Der Mann ist ohne Frage einer der wichtigsten Pop-Verbesserer der Gegenwart. Auf der Bühne wird er dem sensiblen Mercer das Rampenlicht überlassen. Wenn man Musik für die Zeit nach der Feier machen will, ist er genau der richtige Mann.

Text: Thomas Weiland

Foto: Sony Music

Broken Bells, ?Huxley’s, So 30.3., 20 Uhr, VVK 28 Euro + Gebühr

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