Folk-Punk

Brook Pridemore im Schokoladen

King of (Un-)Cool: Wer kann Brook Pridemore sagen, wo’s zur Samariterstraße geht?

Den Wunsch, Sänger zu werden, hatte Brook Pridemore schon früh. Als Nerd mit Brille fühlte sich der in Detroit aufwachsende Junge aber nicht cool genug für Rock’n’Roll. Erst die Entdeckung von Bands wie They Might Be Giants und The Dead Milkmen brachte die Erkenntnis: Auch Nerds können Musik machen, sogar irgendwie cool sein. Man bedenke: Es waren die 80er und frühen 90er – und Kassengestelle das exakte Gegenteil eines angesagten Modeaccessoires.

Eine musikalische Heimat fand Pridemore nach der Uni in der eng miteinander verknüpften New Yorker Anti-Folk-Community, deren Künstlerinnen und Künstler wie The Moldy Peaches und Jeffrey Lewis sich dem DIY- und Lo-Fi-Ethos des Punk verbunden fühlten. Zur schrammeligen Akustikgitarre sangen sie ihre humorvoll-skurrilen und brutal persönlichen Texte.

Seitdem hat Pridemore zwei Handvoll Alben veröffentlicht und diverse No-Budget-Touren durch die USA und Europa absolviert, wovon auch Songtitel wie „Castrop-Rauxel“ oder „Does this Bus Stop at Samariterstrasse?“ künden. Gerade erst erschien „Metal Is My Only Friend“, die bis dato kontrastreichste und lauteste Platte des 39-Jährigen. Seine finsteren, mit Galgenhumor angereicherten Erzählungen gibt es in minimalistischer Balladenform, vor allem aber trägt Pridemore sie diesmal zu griffigem Indie-Pop und ordentlich fuzzigem Gitarren-Noise vor. So viel zum Thema: Nerds können nicht rocken.

Schokoladen Ackerstr. 169/170, Mitte, Mi 9.1., 20 Uhr, AK 6–8 €

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