Konzerte & Party

Calexico im Huxleys

Calexico

Dass eine Band aus einer Downtown-Lagerhalle in Tuscon, Arizona, mit ihrer von Sam Peckinpahs Bildern und von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra inspirierten Musik eines Tages die Welt erobern sollte, hatte sie selbst am wenigsten geahnt. Auch heute, fast zwanzig Jahre nach ihrer Gründung, müssen Calexico immer wieder raus, vors Publikum ebenso wie in den Pressediskurs, um einen Begriff von sich selbst zu bekommen. Als der renommierte Filmkomponist James Newton Howard seine Faszination von ihrer Musik beschrieb, hingen Joey Burns und John Convertino an seinen Lippen. Der Drumming-Stil, der Einsatz des Cellos, die Weite in ihrer Musik – Lob für eine Band, die sich nicht per Konzept, sondern im tatsächlichen Spiel definiert. Für das siebte Studioalbum ging es diesmal nach New Orleans, in den rauen Stadtteil Algiers, der zu Katrinas Zeiten für viele Zuflucht war und noch heute, fern der Touristenströme, Seele hat, neben den tragischen Aspekten der unter die Haut gehenden Geschichten Hoffnung und Miteinander ausstrahlt und zudem das Studio The Living Room beherbergt. Ohne Kopfhörer, auf den Raum und das Gruppenfeeling vertrauend, entstanden musikalische Grenzerfahrungen zwischen Havanna und New Orleans, Mexiko und der Karibik, sie waren überall, haben die Sounds aufgesaugt, die Geschichten von Wegen, die an Zäunen enden, gehört, Schicksale von Entwurzelung und Grenzenlosigkeit. Fern von Popmarktregeln zählen bei Calexico der Moment und die nahezu familiäre Verbundenheit. Das hat zu einer ungewöhnlichen Karriere geführt, mit signifikantem Sound, hoher emotionaler Präsenz und konstanter Qualität.

Text: Christine Heise

Foto: Rocky Yosek

Calexico + Laura Gibson, Huxleys, So 23.9., 20 Uhr, VVK: 28 Euro zzgl. Gebühr

Lesen Sie hier die Plattenkritik: Calexico, „Algiers“

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