Konzerte & Party

Camouflage im Kesselhaus der Kulturbrauerei

Camouflage

Gemessen wird das Synthie-Pop-Trio an den Hits „The Great Commandment“ (1987) oder „Love Is A Shield“ (1989). Die Musiker aus Stuttgart und Berlin veröffentlichten aber in den darauffolgenden Jahren konstant Alben, jedoch in immer größeren Abständen. „Greyscale“ ist der erste Longplayer seit neun Jahren. Obwohl der Albumtitel eine Rückkehr ins Feld der Melancholie suggeriert, haben Camouflage den Weltschmerz hinter sich gelassen und veröffentlichen ein gut gelauntes Werk, das modern und unprätentiös klingt.

tip Seit dem letzten Studioalbum „Relocate“ ist fast eine ganze Dekade ins Land gezogen. Wie kam es zu der langen Veröffentlichungspause?
Camouflage Uns kam die Zeit gar nicht so lang vor. Wir haben viel Live gespielt, waren drei Mal in Südamerika auf Tour, haben eine Live-DVD veröffentlicht und zum 30. Bandjubiläum letztes Jahr auch eine Box mit 10 CDs und einer Textsammlung und einem sehr umfangreichen Bildband. Als wir 2011 zusammen mit zwei anderen Bands in Deutschland unterwegs waren haben wir uns aber vorgenommen, endlich die Arbeit an unserem neuen Album richtig aufzunehmen und nur vier Jahre später steht es endlich in den Läden.

tip „Greyscale“ klingt für Camouflage-Verhältnisse regelrecht gut gelaunt …
Camouflage Da seid ihr aber die Ersten, die das so sehen! Wir sind bestimmt keine Miesepeter, aber doch eher melancholisch als fröhlich in unserer Musik – abgesehen vom Song „Shine“.

tip Ihr seid mittlerweile in Stuttgart und Berlin ansässig. Ist die Entfernung für die gemeinsame Arbeit eher abträglich oder vielleicht sogar förderlich? Bekanntlich heißt es, Distanz schaffe Nähe.
Camouflage Für die Zusammenarbeit ist die Distanz natürlich schwierig. Beim Schreiben ist das egal, da wir das eh getrennt von einander machen, aber die Ausarbeitung benötigt bei diesen Distanzen dann schon Ausdauer und Zeit.

tip Den zuletzt medial verbreiteten Schwaben-Berlin-Streit habt Ihr aber noch nicht bandintern adaptiert?
Camouflage Nein, natürlich nicht. Den gibt es eher dann innerhalb der Familie, denn die Frau von Marcus ist z.B. waschechte Berlinerin und provoziert dann auch gerne ab und an damit, dass wir nur Zugereiste sind und dies ihre Stadt sei. Ansonsten werden die schwäbischen Vorzüge, z.B. im kulinarischen Bereich, aber sehr geschätzt!

tip Nach der Ankündigung des Konzertes im Kesselhaus war es nach kurzer Zeit ausverkauft. Die Location wolltet Ihr aber nicht wechseln?
Camouflage Diese Entscheidung unterliegt ja dem Veranstalter. Es besteht aber die konkrete Überlegung im Herbst noch einmal wieder zu kommen.

tip Motiviert die positive Resonanz für eine baldige Rückkehr und/oder einen schnellen Album-Release?
Camouflage Was Live-Auftritte angeht bestimmt – was unsere Veröffentlichungspolitik betrifft, können wir das nicht sagen, da immer noch die Anzahl der in unseren Augen qualitativ hochwertigen Kompositionen den Veröffentlichungszyklus bestimmt.

Text: Ronald Klein

Foto: Klaus Mellenthin

Camouflage, Kulturbrauerei/Kesselhaus, Knaackstr. 98, Prenzlauer Berg, Sa 28.3., 20 Uhr, ausverkauft

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