Konzerte & Party

A Camp und Kristofer Aström im Lido

A CampZuletzt war es verdächtig ruhig um Nina Perssons Band The Cardigans. Mancher glaubt gar, das „Best Of“-Album der Truppe von 2008 sei der Schlusspunkt hinter dem populären schwedischen Popkapitel gewesen. Tröstlich, dass sich Persson nun wenigstens mit ihrem Soloprojekt zurückmeldet: Ihrer auch nicht gerade für übertriebene Arbeitswut bekannten Band mit den Songwriter-Kollegen Niclas Frisk und Nathan Larsson – der nebenbei ihr Ehemann ist. Die Zweitband der Dame mit der melancholischen Note im glockenhellen Timbre konnte schon mal der Erinnerung entgleiten; ist das Debüt doch ganze acht Jahre alt. Den Nachfolger, „Colonia„, legte die Band unlängst nach und blieb damit weit entfernt von den Verkäufen der Cardigans. Ungerecht eigentlich, ist „Colonia“ doch ein grandioser Retropop-Entwurf, verbunden mit einer Fülle feiner Melodien. Dass Nathan Larsson, der sein Geld sonst mit Filmmusik verdient, die Federführung übernahm, ist klar zu hören. Die Arrangements klingen orchestraler und strahlender als noch beim Vorgänger, den Perssons Lieblingskauz Mark Linkous alias Sparklehorse produziert hatte. Statt verschrobene Lagerfeuer-Stimmung zu verbreiten, schwelgen A Camp in der Opulenz alter Filmsoundtracks, flirten fröhlich mit technicolorbuntem Kitsch. Persson gibt mitunter die gelangweilte Diva, singt auch mal überschwänglich im Chor mit sich selbst oder lässt sich von Glöck­chen und Streichern umgarnen. Ein extravagantes Klanggewand, das der rotblonden Schwedin wie­der hervorragend steht. Denn Hand aufs Herz: ob nun A Camp oder The Cardigans – Hauptsache, Nina Persson singt mal wieder – Schwedens himmlischster Pop-Sopran seit Agnetha.

Text: Ulrike Rechel

A Camp & Kristofer Aström, Lido, Do 16.4., 21 Uhr, AK: 23 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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