Konzerte & Party

CAN: „The Lost Tapes“

CAN

Euphorische, kluge, bizarre, inspirierende und, das ist hier die Sensation, nie zuvor gehörte Musik der Kölner Gruppe CAN: Mit „Lost Tapes“, einer 3-CD-Box, erschien im Juni ein fehlendes Puzzlestück im Њuvre der Krautrock-Legenden um Irmin Schmidt, Holger Czukay, Jaki Liebezeit, Michael Karoli und den beiden Sängern Damo Suzuki und Malcolm Mooney. Repetitive Drones, die sich minutenlang in einen kosmischen Strudel hinein bewegen. Sphärische Schab- und Kratzexperimente. Hypnotische Pop-Perlen aus der frühen elektronischen Ära. Diese 30 Songs sind, und das ist eine weitere Sensation, allesamt neue Stücke – es sind weder Outtakes noch alternative Versionen älterer Songs. Die Songs auf „Lost Tapes“ entstanden zwischen 1968 und 1977 sozusagen nebenher, bei Live-Konzerten, Sessions und bei den Soundtrackaufnahmen zu „Das Millionenspiel“ oder „Ein großer graublauer Vogel“. Gefunden wurden die alten Bänder bereits 2007, als das alte CAN-Studio in Weilerswist bei Köln aufgelöst wurde und Hildegard Schmidt, Irmin Schmidts Ehefrau und Hüterin des CAN-Erbes, eine Veröffentlichung anregte. Es dauert dann noch einmal fünf Jahre, aber seit diesem Sommer kann man endlich CAN-Kompositionen aus den letzten 35 Jahren lauschen, Kompositionen, von denen man nicht dachte, dass sie überhaupt existieren.

Text: Jacek Slaski

Foto: Mute Germany

CAN „The Lost Tapes“ (Mute), 3-CD-Box mit ausführlichen Liner-Notes, 28 Euro

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