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Candi Staton: Life Happens

Candi Staton: Life HappensZurück in den Fame Studios von Muscle Shoals, Alabama, wo nicht nur ihre eigene Wiege des Ruhmes steht, sondern auch die von Aretha Franklin und Wilson Pickett, hat Candi Staton, die als Soul-Sängerin bereits 1970 mit dem Debütalbum „I’m Just a Prisoner“ ihr Talent unter Beweis stellte, dort ein wenig die eigenen Qualitäten vergessen. Diesmal greift sie statt zur Hammond-Orgel lieber zum Keyboard, und der 82-jährige Studiogründer und Produzent Rick Hall folgt hier offenbar auch der Ambition, alle Facetten ihrer Karriere gleichwertig aufgreifen zu wollen, inklusive der weniger gelungenen Disco-Funk-Phase in den Achtzigern.
Der Innigkeit ihres Gesangs tut das erstaunlicherweise keinen Abbruch, und Songs wie „Even the Bad Times Are Good“ transzendiert sie zu bestem Deep Soul. Ein Gastauftritt von Jason Isbell (Drive-By Truckers) und John Paul White (The Civil Wars) begeistert zudem einfach nur, während der Sound sonst aber oft seicht und gestrig bleibt.
Das wäre nicht nötig gewesen, formiert sich doch um besagten White und sein Label Single-Lock Records mit den Alabama Shakes, St. Paul And the Broken Bones und Noel Johnson gerade eine neue, höchst inspirierte, gospel-geladene Southern-Soul-Szene, die Candi Staton liebend gerne als große Vorsitzende adoptiert hätte.
Nach ihren guten Erfahrungen der letzten Alben mit Mark Nevers (Lambchop) und dem Vintage-Sound sollte sie ruhig mehr der nächsten Generation trauen, die sich vor allem für den Sound ihrer großen Vergangeheit begeistert.

Text: Christine Heise

Candi Staton , Life Happens ?(Beracah Rec.)

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