Konzerte & Party

Cannibal Corpse im C-Club

Cannibal Corpse

Wenn Cannibal Corpse eine Platte veröffentlichen, haben Moralwächter alle Hände voll zu tun. Denn gemäß des wenig appetitlichen Namens geht es bei der Band aus Tampa, Florida, recht heftig zur Sache: Das 1988 gegründete Death-Metal-Schwergewicht nennt seine Songs und Alben „Dead Human Collection“, „Fucked with A Knife“ oder auch schlicht „Kill“ – und das sind noch die eher harmlosen Titel. Welche Inhalte sich dahinter verbergen, dürfte unschwer zu erraten sein: Horror und Zombies, Mord und Totschlag, eingekleidet in blutrünstiges Artwork. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien schob diesem Treiben hierzulande früh einen Riegel vor, indem sie die ersten drei Longplayer indizierte und der Band verbot, die darauf enthaltenen Lieder live aufzuführen. Zur Begründung hieß es, die Texte schilderten „eine Vielzahl grausamer und brutaler Tötungsszenen“, was menschenverachtend sei. Cannibal Corpse hingegen berufen sich auf den rein fiktionalen Charakter ihrer Lyrik und natürlich die Kunstfreiheit. „Unsere Musik ist aggressiv und das sollen auch die Texte reflektieren“, sagte Grunzmonstrum George Fisher dazu. „Ich kann mir jedenfalls nur schwer vorstellen, dass uns jemand ernst nehmen würde, wenn wir über das Pflanzen von Bäumen oder Picknicks singen würden.“ Dieses Rezept ist trotz Ärgers mit der Zensur aufgegangen: Die Kannibalen zählen mit Millionen verkauften Tonträgern weltweit zu den Großkopferten ihres Metiers. Nur hierzulande und trotz vorauseilend entschärftem Cover und Booklet, landete auch die neue Platte „Torture“ wieder als jugendgefährdend auf dem Index.

Text: Roy Fabian

Cannibal Corpse + Devildriver u.a., C-Club, So 3.3., 19.30 Uhr, VVK: 28 Euro zzgl. Gebühr

 

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