Konzerte & Party

Caribou im Astra Kulturhaus

Caribou

Was macht man bloß mit einem Künstler wie Dan Snaith alias Caribou? Wie beschreibt man so jemanden? An dieser Frage haben sich schon viele die Zähne ausgebissen. Der Grund dafür ist, dass Snaith völlig aus der Art geschlagen ist. Andere Musiker machen es sich in einer bestimmten Ecke bequem und scheuen dann den Wechsel oder das Wagnis. Snaith hingegen traut sich scheinbar alles zu. Zu Beginn seines Schaffens, im Jahr 2001, war er auf experimentelle elektronische Musik der Warp-Schule aus. Schon mit seinem zweiten Album „Up In Flames“ suchte er indes Nähe zum Indie-Rock mit psychedelischen Elementen und Jazz-Avancen. Es folgte eine längere Krautrock-Phase. Auf seinem formidablen City-Slang-Debüt „Andorra“ vor vier Jahren dann probierte er einen Stil aus, bei dem man sich an den komplexen Wohlfühlsound eines Brian Wilson und die Beats eines DJ Shadow erinnert fühlt. Und vor einem Jahr war wieder alles ganz anders. In der inzwischen geschlossenen Villa in Friedrichshain überraschte Snaith mitten in der Nacht als DJ, der sich bestens auf dem Gebiet des funky House auskennt. Mit seinem Album „Swim“ nimmt er diesen Faden nun wieder auf. Und wie! Die Songs sind melodisch, rhythmisch, versponnen und klingen sehr eigen. Snaith nennt das Ganze Unterwassermusik, zu der man tanzen kann. Dass die auch funktioniert, wenn man an Land geht, dürfte sich jetzt zeigen, beim einzigen Deutschland-Konzert von Caribou.

Text: Thomas Weiland

Caribou, Astra Kulturhaus, Mi 1.6., 20 Uhr, ausverkauft!

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