Konzerte & Party

Caribou

Mit hoher Stirn, schüchternem Blick und großer Brille entspricht Daniel Snaith ziemlich genau dem gängigen Klischee eines Mathematik-Studenten. Doch die Perspektive, Schülern binomische Formeln nahe zu bringen, verwarf der Kanadier. Stattdessen ist Snaith vollbeschäftigter Songschmied: mal popverliebt als Caribou, mal als Remixer, gern auch beatlastig unter dem Namen Daphni.

Dass einer wie er das Zeug zum Tanzflächen-Ma­gier hat, ist spätestens seit und dessen Aufstieg zur Club-Ikone nichts mehr Erstaunliches. Die selbstironisch geprägte Geek-Culture um sanft intonierende Frontmänner wie bei Hot Chip sind längst im Chartgeschäft angekommen. Auch Dan Snaith ist vom Glamour der Dance-Sphäre fasziniert: Auf seinem neuen Caribou-Album „Swim“ wummern plötzlich House-Bässe und klirren rhythmische Glocken-Samples — wo zuvor noch weiche Sixties-Psychedelia zum Tagträumen verleitete.

Der Songwriter hat sich zum Tracktüftler gewandelt, der seine Beats zudem mit schönen Gesangseinfällen und melodischen Signaturen versieht – und schon hat die Dance-Welt ihren nächsten Star mit Kassengestell auf der Nase.

Text: Ulrike Rechel

Mehr über Cookies erfahren