Konzerte & Party

Cat Power im Columbia Theater

Cat Power

Als Cat Power alias Chan Marshall ihr jüngstes Album „Sun“ veröffentlichte, zeigte sich die brünette Sängerin mit raspelkurzer, blond gefärbter Frisur. Das passte gut zur unterschwelligen Punkrock-Attitüde des Albums, auf dem auch Iggy Pop einen famosen Auftritt hat und mit Marshall eine Ode aufs Rebellen-Leben anstimmt. Drei Jahre ist das her, seitdem hat man keine neuen Aufnahmen mehr gehört, was aber nichts Ungewöhnliches für die Sängerin ist, die mit ihrer verhangenen, schwerelosen Stimme eine ganze Generation Nachfolgerinnen inspiriert hat. Auch für „Sun“ brauchte sie sechs Jahre. Gegen die Erwartungen vieler knüpfte sie darauf nicht an den soulgeprägten Klang ihres 2006er Klassikers „The Greatest“ an. Eher erinnert die Platte mit ihrer reduzierten Klangpalette und den elektronischen Einsprengseln an eine intime Homemade-Aufnahme. Tatsächlich spielte die Sängerin alles im Alleingang zuhause in Miami ein, Blockflöten und Drum-Machine inklusive. Während ihrer jetzigen Solo-Tour verwandeln sich beschwingte, teils rotzige jüngere Titel wie „Peace And Love“ weiter; dann formt Marshall ihre Songs am Piano oder der Gitarre zu etwas Neuem, auf eigene Weise Intensivem. Berühmt-berüchtigt für ihr Lampenfieber und kurzfristige Konzertabsagen braucht man um die jetzigen Termine wohl nicht zu bangen. Derzeit scheint sie sich  sehr gut zu fühlen. Es mag am privaten Glück liegen, im Frühjahr wurde sie erstmals Mutter.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Jenni Li

Cat Power, Columbia Theater, Columbiadamm 9-11, Kreuzberg, Mi 4.11., 20 Uhr, VVK: 34 Euro zzgl. Gebühr

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