Konzerte & Party

Cäthe im Comet Club

Cäthe

Der Bus 100 rumpelt Unter den Linden an Cäthe Sieland vorbei. Es ist zehn Uhr früh, gerade hat sie nebenan im ZDF live gesungen, jetzt gibt sie Interviews und zieht an einer Zigarette. Es rollt gut an für die Wahlhamburgerin und ihr Debütalbum „Ich muss gar nichts“.
Mit ihrer angeschmauchten starken Stimme fällt Cäthe auf in der Riege junger Indie-Sirenen, die man zuletzt aus Singer/Songwriter-Kreisen gehört hat. Der Groover „Seсorita“ etwa erinnert eher an eine gestandene Rocksängerin mit Lust am Exaltierten als an eine Newcomerin. Dazu muss man wissen, dass Cäthe in Hamburg seit Jahren als eine Art Lokalmatadorin gilt. „Ich bin froh, dass ich mir so viel Zeit mit dem Album gelassen habe“, erzählt sie, „Ich hab viel ausprobieren müssen, um herauszufinden, wie ich das, was in mir steckt, in meinen Liedern transportieren kann.“ Gesanglich kann die gelernte Goldschmiedin aus Sachsen-Anhalt aus dem Vollen schöpfen. Bei Stücken wie „Wahre Liebe“ fehlt nicht viel zum Rap; anderswo kommt ihr Gesang in bloßer Akustikbegleitung daher und strahlt leise Zerbrechlichkeit aus, in „Unter meiner Haut“ schließlich schwillt ihre Kehle zu dem an, was man einst eine „Rockröhre“ nannte. „Ich denke, dass ich mit der Zeit an meine Wurzeln zurückkomme, zu dem, was ich auch schon toll fand als Zwölfjährige: Aerosmith oder Janis Joplin„, sagt sie mit glänzenden Augen. „Ich stand mir teils auch selbst im Weg, weil ich immer dachte, ich muss mich entscheiden: Willst du jetzt die Zarte sein? Oder lieber der Rebell? Mittlerweile weiß ich, das gehört bei mir zusammen.“

Text: Ulrike Rechel

Cäthe, Comet Club, Di 1.11., 20.30 Uhr, VVK: 15 Euro

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