Konzerte & Party

Chad VanGaalen im Berghain

Chad VanGaalen

Der kanadische Sänger und Songschreiber ist kein Unbekannter. Man kennt Chad VanGaalen seit seinem Debüt „Infinitiheart“ vor neun Jahren. Damals suchte er Nähe zum Landsmann Neil Young, aber er musizierte auch schlaff wie der frühe Beck, wurde laut wie nach dem Genuss von zu vielen Sonic-Youth-Platten und ließ Beats lebhaft wie Aphex Twin klappern. Mittlerweile ist er beim fünften Album angelangt, das „Shrink Dust“ heißt. Noch immer ist sein Stil unberechen?bar. VanGaalen gibt an, dass er dieses Mal mehr in die Country-Richtung gegangen sei, weil er sich viel mit The Flying Burrito Brothers beschäftigt habe. Dieser Vergleich ist nicht völlig abwegig, aber man darf deshalb nicht glauben, dass alles geordnet abläuft. Der Song „Cut Off My Hands“ fällt wegen des brutalen Titels auf, aber auch wegen sich zwischendurch einschleichender Geräusche, die sich nach einem verstörten Vogelschwarm anhören, der sich im Ambient-Jazz-Gehege verirrt hat. „Ich halte es für wichtig, dass man das Schrullige in den Aufnahmen nicht wegradiert. Erst wenn sich etwas seltsam anhört, sind die Leute bereit, sich mit einer Platte auseinanderzusetzen“, glaubt er zu wissen. Ihm selbst half der Trick bisher nur bedingt, seine Popularität ist  ausbaufähig.

Text: Thomas Weiland

Foto: Marc Rimmer

Chad VanGaalen, Berghain Kantine, Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Mo 8.9., 21 Uhr, VVK 12 Euro zzgl. Gebühr

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