Konzerte & Party

Charity Aktion: Band Aid Thirty

Band Aid Thirty

1984 trommelte Bob Geldorf gemeinsam mit Ultravox-Sänger Midge Ure eine Unzahl von Musiker-Kollegen von U2 über Phil Collins bis hin zu Paul McCartney und David Bowie zusammen, um unter dem Projekt-Namen Band Aid gemeinsam den Song „Do They Know It’s Christmas“ aufzunehmen. Der Erlös der Single ging damals vor allem nach Äthiopien, wo eine Hungersnot das Leben der Ärmsten der Armen bedrohte. Die Reaktion war phänomenal und mündete schließlich in den Live Aid-Konzerten, bei denen Bands und Musiker der ganzen Welt auftraten und auf das Hunger-Problem in Afrika aufmerksam machten. Bob Geldof öffnete die Charity-Aktion die Türen bis in höchste politische Amtsstuben. Insgesamt kamen im Laufe der Jahre fast 250 Millionen Pfund (320 Millionen Euro) an Spendengeldern zusammen.
30 Jahre später lässt der Ex-Sänger der Boomtown Rats das Band Aid-Projekt nun wieder aufleben. Grund ist heute wie damals: Hilfe für Afrika. In mehreren Staaten des Kontinents wütet die Ebola-Seuche und die Hilfe der westlichen Staaten reicht bei weitem nicht aus, um das Problem in den Griff zu bekommen. „In Afrika sterben Leute an einer Krankheit, weil sie arm sind, während in Deutschland mehr Geld für ein WM-Stadion ausgegeben wird als an finanzieller Hilfe nach Afrika fließt.“, klagte Geldof auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (13.11.) in Berlin an. „Wenn wir Ebola nicht in Afrika stoppen – und wir können es stoppen – wird es sich ausbreiten. Ich will nicht auf einem Planet leben, auf dem Menschen sterben, weil sie sich die Heilung von einer Krankheit nicht leisten können. Ich will nicht auf einem Planet leben, auf dem Menschen so behandelt werden.“
Aus diesem Grund trommelt Geldof nun wieder Musiker-Kollegen in ganz Europa zusammen, um den Song „Do They Know Is Christmas?“ erneut aufzunehmen. Die Aufnahmen in England finden am kommenden Samstag (15.11.) statt, mit dabei sind u.a. Coldplay und U2. Der Song wird aufgefrischter Version aufgenommen und ab kommenden Montag (17.11.) als Download erhältlich sein. Die Einnahmen fließen wie damals zu 100 Prozent nach Afrika. Wer die Aufnahmen im Studio verfolgen will, kann dies ausschließlich über eine spezielle App: Die Band-App wird 1,99 Euro kosten und auch dieses Geld fließt zu 100% nach Afrika.
Ebenfalls am Montag (17.11.) werden sich dann auch in Berlin unzählige Musiker treffen, um eine deutsche Version des Songs aufzunehmen. Campino von den Toten Hosen, Thees Uhlmann (Tomte) und Marteria haben hier die Regie übernommen und Kollegen aller Stilrichtungen zusammengetrommelt. Mit dabei sind u.a. Cro, Jan Delay, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, die Broilers, die Sportfreunde Stiller, Ina Müller und Silbermond.
Thees Uhlmann zu dem Vorhaben: „Der Song ist so groß und schwer – ich hoffe, das wir dem in Deutsch gerecht werden. Es wird aber auf alle Fälle die einzige Platte sein, auf der Max Raabe zusammen mit Haftbefehl zu hören sein werden.“
Überhaupt liegt das Hauptaugenmerk der Musiker nicht so sehr auf dem Song, sondern viel mehr in der Tatsache, überhaupt etwas zu machen. Max Herre sagte dazu: „Ich bin normalerweise kein Freund kurzfristiger Charity-Aktionen. Kurz rein und wieder raus und dabei das eigene Gewissen beruhigen… Band Aid jedoch ist langfristig und bewegt etwas.“
Die CD mit der deutschen und der englischen Version wird dann ab Freitag, den 5. Dezember 2014 in den Läden erhältlich sein. Campino betonte jedoch: „Das ist der späteste Termin. Wenn wir das Ding früher in die Läden kriegen, umso besser. Es ist noch nicht alles zu Ende gedacht. Wir haben im Moment einen kleinen Schneeball, der zu einer Lawine werden soll.“
Abschließend merkte Bob Geldof noch an: „Wenn Politiker die Versprechen nicht halten, die sie mir geben, muss ich es eben wieder machen. Das ist nicht cool, aber es ist alles, was wir Popmusiker tun können: Wir nehmen einen Song auf und helfen mit dem Geld, das er einnimmt. Da ist es dann auch egal, ob man den Song oder die beteiligten Musiker letztlich mag oder nicht. Es kommt allein darauf an, dass überhaupt etwas getan wird.“

Text und Foto: Martin Zeising

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