Baroque Pop

Charlotte OC in der Kantine am Berghain

Das Berghain ist schuld: Charlotte OC strebte nach dem Berlin-Sound

2012 war Charlotte O’Connor, damals noch 22 Jahre alt, erstmals in Berlin und auch im Berghain: „Gewisse Dinge, die ich dort sah, konnte ich einfach nicht glauben“. So geht es bekanntlich auch anderen Besuchern. Noch genau erinnert sich O’Connor daran, dass damals der Remix eines Songs von Bon Iver lief – und ihrem Songwriting eine völlig neue Richtung gegeben hat: „Da wollte ich Musik schreiben, die sich wie Berlin anfühlt.“
Damals war die Britin indisch-irischer Abstammung bereits ein gebranntes Kind. Sie arbeitete als Model für Surf­mode, schrieb nebenbei Songs, wurde von einem sehr großen Label unter Vertrag genommen – und wieder fallengelassen. Zum Zeitpunkt ihrer musikalischen Erweckung im Berghain half sie im Friseursalon ihrer Mutter aus.
Erst im zweiten Anlauf gelang dann der Songwriterin doch noch ein Debüt, wie Insider ihr es schon seit ihren frühen EPs zugetraut hatten. Unter dem Künstlernamen Charlotte OC nahm sie in Los Angeles „Careless People“ auf, inhaltlich inspiriert von den menschlichen Abgründen in „Der große Gatsby“. Musikalisch hat ihr mollgetränkter Soul mit Bon Iver nur den Hang zur dezent elektronischen Pro­duktion gemein. Eher erinnern ihre wuchtigen Balladen, vorgetragen in laszivem Alt, an Lana Del Rey und Alicia Keys.

Kantine am Berghain Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Di 21.3, 20 Uhr, VVK 18,80 €

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