Konzerte & Party

Chelsea Light Moving im Festsaal Kreuzberg

Chelsea Light Moving

Als Thurston Moore vor zwei Jahren sein Solodebüt gab, da wirkte der Sonic-Youth-Bandkopf ungewohnt weich, die Musik dazu klang gemütsschwer, unterlegt mit zarten Streichern. Fans interpretierten die Melancholie als Nachklang auf die Trennung von Band- und Lebenspartnerin Kim Gordon – und das gleichzeitige Aus der Noise-Ikonen Sonic Youth. Seither hat sich aus der Gruppe, die den 53-Jährigen seinerzeit im Studio begleitete, eine feste Band geformt. Das Debütalbum, das das Quartett in nur zwei Sessions live einspielte, klingt nun wie das rohe Gegenstück zum innerlichen Solowerk „Demolished Thoughts“. Drummer John Moloney lässt frei fliegende Rhythmen explodieren, Samara Lubelskis Bass und Moores E-Gitarre reiben sich teils in wummerndem Feedback aneinander auf. Verbunden mit dem bekannten beiläufig-nöligen Gesangsstil des Bandkopfs und formvoll verstimmten Gitarrenmelodien bewegt sich das Quartett dicht an der Rezeptur, die man mit Sonic Youth der 80er- und 90er-Jahre assoziiert. Inhaltlich wendet Moore seinen Blick von innen nach außen und sinniert über Amerikas Gegenkultur von „Burroughs“ bis zum Doppelmord an einem Hippie-Paar im East Village („Groovy Linda“). Auf der Bühne entfalten die rohen Garage-Punkstücke dem Vernehmen nach eine Extra-Dimension Wildheit. Ein wenig erinnert das an eine trotzige Rückeroberung von Terrain, das Moore partout nicht aufgeben will.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Matador / Beggars

Chelsea Light Moving, Festsaal Kreuzberg, Do 4.7., 21 Uhr, VVK: 24 Euro zzgl. Gebühr

Verlosung: 5?x?2 Tickets
Mail bis 4.7. an [email protected], Kennwort: Chelsea Light Moving

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