Konzerte & Party

Chris Clark in der Bar 25

clarkEr ist keiner, der sich an aktuellen Strömungen in der elek­tronischen Musik orientiert. Mit Minimal-Techno oder Produktionen aus dem Hause Ed Banger kann er nichts anfangen. Chris Clark will andersartige Musik machen, Extreme ausloten und Experimente wagen. „Ich bin kein Techno-Purist. Zu Hause höre ich zum Beispiel gerne Thrash-Metal, Bands wie Lightning Bolt oder Converge. Da stecken Emotionen und Ideen drin, mit denen ich etwas anfangen kann“, berichtet der Brite.

In seinem Stück „Rainbow Voo­doo“ vom neuen Album „Totems Flare“ geht es denn auch ganz schön zur Sache. Da zappeln die Beats nervös wie ein Patient nach einem Stromstoß und mischt sich gegen Ende das Geräusch einer Kettensäge ein. Nicht wenige Leute rücken Clark deshalb in die Nähe der Genre-Verbieger Aphex Twin oder Squarepusher. Diesen Vergleich weist er aber von sich: „Auf meinem Album gibt es wild gewordene Gitarren und Krautrock mit 300 Beats pro Minute zu hören – wer traut sich schon, so was zu bringen?“ Seit drei Jahren lebt Clark nun schon in Friedrichshain, aber er sagt, dass die Atmosphäre in der Stadt noch nicht auf seine Musik abgefärbt habe. Er sei ein gewissenhafter Arbeiter, der stundenlang über neuem und altem Material brüte. Entsprechend wenig kenne er von Berlin. „Ich bin ein ziemlicher Einsiedler und gehe kaum vor die Tür. Ein Gang zur Musikalienhandlung, das war’s eigentlich. Alles andere lenkt nur ab.“ Am 12. Juli muss er sich aber doch mal unter die Leute mischen. Da stellt der Don des digitalen Hardcore sein neues Werk vor.

Text: Thomas Weiland

Chris Clark
Bar25, So 12.7., 24 Uhr, AK: vor Ort erfragen

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