Konzerte & Party

Chris Imler im Urban Spree

Chris Imler

Er kam 1985 nach Berlin und übernachtete die erste Zeit in einem Ford-Kombi unter dem Bülowbogen in Schöneberg. Danach ging für Chris Imler alles peu а peu, sowohl bei der Wohnungssuche als auch beim Broterwerb. Heute kann er auf eine üppige Vita als Schlagzeuger verweisen. Er hat sich mit den Szene-Helden Golden Showers und The Spankings im Bereich des Garagenrock und Rockabilly ausgetobt, wurde von Peaches, Maximilian Hecker und Die Türen engagiert, taucht öfter zusammen mit Patric Catani unter dem Namen Driver & Driver auf und gibt sich mit Oum Shatt der orientalischen Musikkultur hin. In letzter Zeit hat er sich auch bemüht, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. „Ich habe dem Staatsakt-Label schon 2006 ein paar Stücke gegeben, war mir danach aber nicht mehr sicher.“ Im letzten Jahr riss den Leuten bei der Plattenfirma dann der Geduldsfaden. Imler erhielt eine Deadline, und schon lief es. Sein erstes Album heißt „Nervös“. Einen besseren Titel hätte der Mann nicht finden können. „Viele Leute finden, dass ich ein aufgeregter Typ bin, der ständig redet, malocht und fabriziert. Das ist auch kein Wunder. Man kann sich als Künstler kein Lotterleben mehr erlauben. Man kommt nicht so leicht zur Ruhe.“ Am Ende konnte sich Imler doch mal auf ein Projekt konzentrieren. Er vertraut auf den Sound von Suicide, DAF oder Kraftwerk und fügt Nordafrikanisches hinzu. Auf der Bühne will er das wie ein Derwisch präsentieren, der Trommeln und elektronische Pads bearbeitet und dazu Gitarre oder Trompete bedient. Ab und zu hilft ihm dabei Patric Catani – das dürfte eine wilde Angelegenheit werden …

Text: Thomas Weiland

Chris Imler, Candie Hank & Guido Möbius, ?Urban Spree, Fr 16.5., 22 Uhr, AK: 10 Euro

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