Konzerte & Party

Chris Isaak im Tempodrom

Chris IsaakDas mit Chris Isaak konnte unmöglich schiefgehen. Allein schon sein Aussehen! Mit Tolle und Elvis-Blick hatte der kalifornische Sänger von Anfang an beste Voraussetzungen, das weibliche Publikum auf seine Seite zu ziehen. Die Stimme stand dem in nichts nach. Isaak schmachtete schon immer wie Roy Orbison in seiner besten Zeit. Zudem machte er sich vom Start weg bei den Kritikern beliebt. Sein mittlerweile 25 Jahre altes DebütalbumSilvertone“ wurde frenetisch gefeiert, weil Isaak verkleisterte Popmusik mied und sich mit Verve und viel Gefühl an den Wurzeln des Rock’n’Roll orientierte. Seitdem hat er immer Linie gehalten. Noch nicht einmal durch plötzlichen Erfolg kam er vom Pfad der Tugend ab. „Wicked Game“ wurde nicht etwa ein Hit, weil sich Isaak damit in irgendeiner Weise anbiederte, sondern weil der Song 1990 mit Verspätung über den Soundtrack zu David Lynchs Film „Wild At Heart“ Bekanntheit erlangte.
Im Sinne der Kontinuität war es sicher hilfreich, dass der Mann nie nur auf Musik angewiesen war. Zwischendurch gab es immer mal wieder Schauspielengagements. In den USA taucht Isaak auch oft im Fernsehen auf. Er hat in einer Sitcom sich selbst gespielt. Seit letztem Jahr moderiert er regelmäßig „The Chris Isaak Hour“, eine Mischung aus Talkshow und Musiksendung mit prominenten Kollegen als Gästen. Diese Aktivitäten sind zeitaufwendig, weshalb man zuletzt sieben Jahre auf ein neues Album von ihm warten musste. Auf „Mr. Lucky“ zelebriert er erneut Herzschmerz auf höchstem Niveau. Zu gemütlich wird es zum Glück nicht, dafür sorgen ein paar temperamentvolle Rockabilly-Brecher, die auch ein Markenzeichen sind. Isaak ist wie ein gutes Auto, mit dem man zufrieden ist und von dem man sich immer wieder das neueste Modell kauft. Bitte einsteigen!

 

Text: Thomas Weiland

Foto: Warner/ Neal Preston

tip- Bewertung: Empfehlenswert

 

Chris Isaak Tempodrom, ?Di 8.6., 20 Uhr, VVK: ab 39 Ђ, ?Tickets gibt es hier

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