Konzerte & Party

Chris Mcmahon im Interview

Thy Art Is Murder

tip Mord als Kunst ist ein provokanter Bandname.
Chris Mcmahon Stimmt. Aber er wurde gewählt, als ich noch gar nicht in der Band war. Er repräsentiert die Musik unserer Band: direkt und brutal.

tip Genau wie der Titel des neuen Albums.
Chris Mcmahon Marshy, einer unserer Gitarristen hatte die Idee. Wir standen vor einer Werkstatt in New Jersey und diskutierten den zukünftigen Album-Titel. Die Prämisse war, dass er kurz und prägnant sein sollte. Gewalt spielt schließlich in allen Gesellschaften eine immense Rolle.

tip Heiner Müller konstatierte, das Gewaltpotenzial sei in allen Gesellschaften gleich. In manchen verschiebt es sich vom Staat auf die Straße.
Chris Mcmahon Die These lässt sich nicht so leicht vom Tisch wischen. Letztlich fällt es dem Menschen schwer, sich einzugestehen, ein Tier zu sein. Biologisch betrachtet. Hass ist letztlich eine Emotion, die schwer zu steuern und zugleich enorm stark ist. Und Hass führt – ohne dies werten zu wollen, oft zu Gewalt.

tip Wen hasst Ihr?
Chris Mcmahon Ach, wir sind Gegner von Diskriminierung. Wir hassen alle anderen gleichermaßen. Im Ernst, unsere Texte handeln davon, wie der Mensch die Natur zerstört, wie politische und religiöse Entscheidungen uns in den Untergang reißen.

tip Australier gelten als total entspannt und zurückgelehnt, die „no worries, mate“ nicht nur einfach sagen, sondern auch meinen.
Chris Mcmahon Auch, wenn es ein bisschen nach einem Klischee klingt. Aber an der Ostküste Australiens ticken die Uhren in der Tat ein wenig anders. Humor und Ironie zeichnen das Wesen vieler hier in Sydney aus. Hey, bloß weil wir Death-Metal spielen, bedeutet das nicht, dass wir frei davon sind!

tip Ihr klingt aber  eher in der Tradition von Slipknot oder Hatebreed aufgewachsen, und weniger nach australischem Death-Metal а la Sadistik Exekution oder Bestial Warlust.
Chris Mcmahon Das liegt mit Sicherheit an unserem Alter. In der Tat spielten die von Dir genannten Aussie-Kapellen für unsere musikalische Sozialisation keine wesentliche Rolle. Das hängt einfach mit unserem Alter zusammen. Da waren Hatebreed deutlich wichtiger. Unser Werdegang ist dann auch alles andere als cool. Sean, unser Bassist, spielte in einer Funk Band auf der Highschool, Lee musizierte in einer Gruppe, die ausschließlich Murderdolls-Cover-Songs spielte und ich habe mich in über 12 Metalcore-Bands ausprobiert.

Interview: Ronald Klein

Thy Art Is Murder, K17, Mi 27.2., 20 Uhr

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