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Christiane Rösinger über ihr Soloalbum „Songs Of L. And Hate“

Roesingertip: Acht Alben mit Bands und nun gehen Sie’s allein an. Warum?

Christiane Rösinger:?Wenn man Singer/Songwriter ist und sich wie ich über Jahrzehnte mit Bands umgeben hat, macht das einerseits viel Spaß. Aber es ist auch immer wieder eine Auseinandersetzung zwischen Musikern, denen oft ihr Instrument am wichtigsten ist. Leisere Töne gehen ein bisschen unter. In den letzten Jahren mit Britta hatte ich gemerkt, dass mir die ganz ruhigen Stücke, in denen die Stimme im Vordergrund steht, am besten gefallen haben.

tip: Versammeln Sie auf dem Album Songs, die bei Britta keinen Raum hatten?

Rösinger: Nur das erste Stück „Ich muss immer an dich denken“ stammt aus der Zeit mit der Band. Als ich es geschrieben habe, war mir schon klar: Das ist so zart und traurig, da passt keine Band dazu, das muss so bleiben.

tip: Es geht gerade so als Liebeslied durch. Die anderen handeln von Herzleid und Verzweiflung…

Rösinger: Man kann es als Zyklus sehen. In diesem ersten Song geht es um eine manische Liebe: immer an den anderen denken zu müssen… Dann kommt „Es geht sich nicht aus“: Erste Schwierigkeiten tauchen auf. Es folgt „Desillusion“ und so weiter. Es ist eine Platte zur Überwindung von Liebeskummer. Zwischendurch sieht es auch mal so aus, als ob man drüber weg ist. Aber es bewegt sich nun mal wellenförmig. Am Schluss steht das „Kleine Lied zum Abschied“ mit einer Gitarrenmelodie, die ein Leonard-Cohen-Zitat ist.

tip: Wie auch der Albumtitel.

Rösinger: Ich liebe Leonard Cohen, seit ich zwölf bin. Und ich wollte immer mal einen Plattentitel haben in der Art von „Songs Of…“. „Songs Of Love And Hate“ gilt ja als seine düsterste Platte. Ich hatte mir also gedacht: Wir machen die traurigste Platte aller Zeiten. Da hat mir der Titel gefallen.

tip: Sie haben die „Flittchenbar“ wiederbelebt. Wie kam es dazu?

Rösinger: Die Wiederbelebung der Flittchenbar war ein Zufall oder Schicksal? Die Belegschaft vom Südblock hatte mich wegen eines Konzerts oder einer Lesung angefragt und ich bin also Mitte November zur Admiralstraße, um mir die neuen Räumlichkeiten anzuschauen – und es war Liebe auf den ersten Blick. Ich hatte die Idee einer neuen Flittchenbar schon aufgegeben, die Mitstreiterinnen von früher hatten sich aus dem Nachtleben zurückgezogen, es gibt keine Clubs mehr wie die alte Maria am Ostbahnhof, das Ausgehleben hat sich verändert, die Kundschaft von früher geht nicht mehr aus und so weiter – dachte ich. Plötzlich war aber der Raum da, war Platz für mein Konzept da, und Sympathie für die Clubmacher. Ich mache nun einmal im Monat das Programm, als „Galaistin“ sozusagen.

Interview: Ulrike Rechel

Foto: Christina Zück

Christiane Rösinger
.HBC, Fr 11.3., 21 Uhr, VVK: 12,50 Ђ

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