Rezensionen

„Madige Türsteher des Grauens“: 12 Berliner Clubs mit Google-Bewertungen

Berlin ist weltbekannt für sein ausgelassenes Nachtleben und die Vielseitigkeit seiner Clublandschaft: Berghain, KitKat, Sisyphos oder Tresor – nicht nur die Berliner selbst, sondern auch Touristen aus Deutschland und der Welt kommen in die Hauptstadt, um exzessiv zu feiern, Hedonismus zu leben und einfach mal so richtig einen drauf zu machen.

Dafür muss man es aber erst einmal an den Türstehern vorbeischaffen. Und wenn die geplante Partynacht dann doch frühzeitig endet, hilf nur noch eines: den Frust mit der Welt teilen und Google-Bewertungen schreiben! Hier sind 12 Berliner Clubs und ihre nicht ganz so ernst zu nehmenden Google-Kritiken.


://about blank: Google-Bewertung 4,0

Das About Blank ist ein ziemlich lächerlicher Laden mit bemängelnswerten Sanitäranlagen. Foto: Wikimedia/CC BY-SA 4.0/CharlieMcFadden86

Das About Blank ist ein Club am Markgrafendamm in Berlin-Friedrichshain. 2010 wurde es eröffnet und ist seither eine beliebte Location für alle Freunde der elektronischen Tanzmusik. Die zwei Floors, der längliche Lobby-Floor mit Bar, das mittig platziertem DJ-Pult und der MDF-Floor mit Sitzecken lassen Hausparty-Vibes aufkommen. Im Sommer spielen die DJs oft im Gartenbereich des Clubs, wobei das Musikprogramm sowohl Techno, Elektro und Minimal als auch Techhouse und Dubspep umfasst.

Mit entschieden links-orientiertem Anspruch wird versucht, das Bewusstsein der Partypeople auch auf politische Themen zu erweitern. Nach eigenen Angaben wird das „Blänk“ von einem Kollektiv gleichberechtigter Mitglieder verwaltet, das bedeutet hier auch, dass Night Manager, Putzleute und Barkeeper den gleichen Lohn erhalten.

Ansonsten ist der Laden ziemlich lächerlich, trotz rotem Punkt am Wasserhahn gibt es nur kaltes Wasser, manche vergessen beim Betreten das gesamte Universum und Junggesellenabschiede werden einfach nicht bewundert . Grüße gehen raus an die gerettete Buchhalterin und auch an Roland und den Türkerl!


Berghain: Google-Bewertung 3,9

Für einen Besuch in dieser Bobobude aka Gottes Club muss man schnell sein, denn er hat nur eine Minute lang geöffnet. Foto: Imago Images/F. Anthea Schaap

Kein Berlin ohne Berghain. Der 1998 unter dem Namen Ostgut gegründete Club ist wohl die weltweit bekannteste Location für Technomusik. Damals war er der erste feste Ort für sogenannte Snax-Veranstaltungen, schwule Fetisch- und Sexparties. Im Januar 2003 fand am damaligen Standort in einer Lagerhalle am alten Ostbahnhof die letzte „Klubnacht“ statt. Die Betreiber wollten in eine größere Location und gründeten das Berghain, welches sich heute in einem ehemaligen Fernheizwerk in der Nähe des Ostbahnhofs befindet.

Im Oktober 2004 wurde bereits die berühmte Panoramabar des Clubs eingeweiht, im Dezember des selben Jahres fand dann die offizielle Eröffnung des Berghains statt. Der Name leitet sich übrigens aus dem Namen des Bezirks, Friedrichhain-Kreuzberg, ab, in dem sich der Club befindet. Um ins Berghain zu kommen, muss man allerdings zuerst an Berlins bekanntestem Türsteher, Sven Marquardt, vorbei, der eine echte Ikone des Berliner Nachtlebens darstellt.

Das Berghain aka Bobobude wurde von Gott höchstpersönlich erbaut. Für den Eintritt muss man allerdings teilweise nächtelang in der Schlange warten und wird am Ende dann vielleicht trotzdem von Karl Lagerfeld abgewiesen. Zu allem Übel ist der Laden dann auch nur recht kurz geöffnet und Musikwünsche darf man auch nicht äußern.


Gretchen: Google-Bewertung 4,1

Das Gretchen ist bekannt für seine Rucksack-Partys, außerdem gibt es hier viel Verkehr. Foto: imago images / Martin Müller

Das Gretchen befindet sich im Berliner Ortsteil Kreuzberg und ist der Nachfolger vom Icon Club, welcher nach 15 Jahren Berliner Clubgeschichte im Januar 2012 geschlossen wurde. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger bietet das Gretchen ein ganzes Stück mehr Platz und zwar für knapp 1000 Besucher. Gleich geblieben ist allerdings die gute Auswahl an Musik, die man hier geboten bekommt, eine Mischung aus Live Konzerten und Elektronischer Tanzmusik.

Eine echte Besonderheit des Clubs sind die hohen Decken mit Kreuzgewölbe. Hier feiert man in den ehemaligen Stallungen des 1. Garde-Dragoner-Regiments der preußischen Königin Victoria aus dem 19.Jahrhundert. Benannt wurde das Gretchen übrigens nach dem gleichnamigen Thriller der US-amerikanischen Autorin Chelsea Cain.

Aber mal ehrlich, mit einer ordentlichen Räucherkammer wäre das Gretchen im Winter viel weniger angenehm und überhaupt, warum sind die Frauen hier alle so alt? Und lasst doch bitte beim nächsten Mal eure Rucksäcke Zuhause!


Kater Blau: Google-Bewertung 3,6

Geh lieber nicht ins Kater Blau, da gibt es keinen Jägermeister!!!!!!!!!!! Foto: Imago Images/Emmanuele Contini

Nachts sind alle Katzen Blau. Ganz in der Tradition seiner Vorgänger Bar 25 und Kater Holzig ist auch der Blaue Kater ein Technoclub. Bislang unbekannte bis hin zu international erfolgreiche Künstler liefern hier eine Musikpalette von House und Techno. Im Sommer 2014 eröffnete das Kater Blau am nördlichen Spreeufer in Berlin-Friedrichshain, unweit von der Stelle, an der sich einst auch die Bar 25 befand.

Im Gebäude gibt es zwei Tanzflächen, den Heinz Hopper Floor und den Acid Bogen. Neben dem Resident Dirty Doering sind hier auch Teile der Einrichtung aus Zeiten der Bar 25 erhalten geblieben. Zum Außengelände gehört zudem das Deck eines saisonal verankerten Bootes, das bei gutem Wetter ebenfalls zum Dancefloor wird. Außerhalb der üblichen Öffnungszeiten an den Wochenenden finden zum Teil auch andere kulturelle Veranstaltungen, wie Lesungen oder Theateraufführungen und Podiumsdiskussionen auf dem Gelände statt.

Im Kater Blau fehlt es einfach an Jägermeister!!!!!!!!!!!!!! und auch die sexy Latinos gehen lieber in andere Clubs. Ans Berghain erinnert einen hier nur der Türsteher-Clown und wer wirklich seinen Abend hier verbringen will, sollte sich vor den spanischen Mädchenbanden in Acht nehmen.


KitKatClub: Google-Bewertung 4,1

Das KitKat ist ein super duper geilo club, finden auch Ashers Eltern. Foto: Imago Images/PEMAX

Das Kitty ist für sein hohes Maß an sexueller Freizügigkeit bekannt – und seit Corona als Testzentrum. Dementsprechend streng ist daher auch die Türpolitik, durch die ein Gros der schlangestehenden Gäste bereits vor ihrem Besuch wieder abgewiesen wird, insbesondere wenn der angekündigte Dresscode nicht eingahalten wird. Vor allem auf den regelmäßig stattfindenden KitKatClubnächten „CarneBall Bizarre“, die dem Club zu überregionaler Bekanntheit verhalfen, sind Fetisch-Köstüme an der Tagesordnung und vollständige Nacktheit nichts ungewöhnliches.

Sex wird hier offen praktiziert und akzeptiert, ein Swingerclub ist das KitKat, trotz Kink und Fetisch allerdings nicht. Im allgemeinen überwiegt auch hier das übliche Geschehen eines Technoclubs.

Das KitKat ist ein super duper geilo Club, da helfen nur noch PUR-Zitate. Was die anderen 40% vom Schwimmbad ausmachen, haben wir nicht herausgefunden, aber vielleicht wissen es ja Ashers Eltern. Achja: Danke Erik, war schön mit dir!


Matrix Club Berlin: Google-Bewertung 3,4

Sorry, aber das Matrix ballert einfach nicht. Foto: unsplash/David Jackson

365 Nächte Party every Night: Matrix Club Berlin. Bereits 1995 wurde der Club gegründet und befindet sich seit Herbst 1996 in den Gewölben des U-Bahnhofes Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain. Bekannt wurde der Club in den letzten Jahren vor allem als einer der Drehorte von Berlin – Tag & Nacht. Für die RTL-Serie wird hier bei laufendem Betrieb gedreht.

Das Matrix bietet Platz für bis zu 2.500 Partywütige auf bis zu fünf Floors und Vip-Lounges, mit unterschiedlichen Richtungen der Tanzmusik und das montags bis sonntags, 365 Nächte im Jahr.

Im Großen und Ganzen ballert das Matrix aber einfach nicht, so wie die Dorfdisco in Poppenhausen. Ziemlich whack hier, außer man chillt auf den Toiletten oder feiert mit den Freunden seiner Mutter.


Maxxim Club Berlin: Google-Bewertung 3,2

Auf ins Maxxim! Das Corona-Virus funktioniert hier nicht. Foto: unsplash/gritte

Das Maxxim ist das Party-Wohnzimmer am Ku’damm und das 365 Nächte im Jahr. 2007 eröffnete der Club in Charlottenburg und ist seither eine echte Institution des Berliner Nachtlebens. Der Club im Westen der Stadt bietet täglich wechselnde Musik- und Partykonzepte. Zum Maxxim gehört auch ein Restaurant namens Kitchen Club.

Abgesehen von den Partys unter dem Motto „HipHop im Anzug“ ist das Maxxim ein ganz schön schrotter Club. Einziger Vorteil: Das Corona-Virus funktioniert hier nicht. Nachteil: Eintritt mit Muttizettel leider auch nicht.


Rosi’s: Google-Bewertung 4,2

im Rosis
Insider sagen, dass die Krebsmenschen Schuld an der Schließung des Rosi’s sind. Foto: Benjamin Pritzkuleit

Das Rosi’s war ein Club in der Revaler Straße im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Ende 2018 lief der Mietvertrag für die Räumlichkeiten aus und die Besitzer mussten den Club daraufhin nach 15 Jahren schließen. Mit dem Wegfall des Rosi’s wurde die Berliner Clublandschaft um einen bekannten und beliebten Vertreter ärmer.

Das Rosi’s war eine zwielichtige Spelunke in der man noch so richtig feiern konnte, wie bei Oma Zuhause. Leider war die Musik nur für Leute von Marihuana und Insider erzählen, dass die Krebsmenschen-Türsteher Schuld an der Schließung des Clubs sind.


Sisyphos: Google-Bewertung 4,3

Das Sisyphos ist kein Ort für Freunde von gestreiften Socken. Foto: Imago Images/F. Anthea Schaap

Der Sommerleuchten e.V., ein Verein für freie Kunst und zeitgenössische Medien, übernahm 2008 das Grundstück der ehemaligen Hundekuchenfabrik in Berlin-Rummelsburg. Was ürsprünglich als Ort für Kreativwerkstätten geplant war, wurde mehr und mehr zum Party- Veranstaltungsgelände. Zunächst wurde nur im kleinen Kreis gefeiert, heute ist das Sisyphos mit ein bekannter Technoclub und mit seinem weitläufigen Außenbereich vor allem im Sommer eine beliebte Open-Air-Location.

2014 wurde der Club vom Bezirksamt Lichtenberg auf Grund von Sicherheitsmängeln geschlossen, feierte aber bereits Ende des selben Jahres eine Neueröffnung an gleicher Stelle. Symbolisch für den Club sind die beiden Enten auf dem Tor im Eingangsbereich.

Das Sisyphos hat auf jeden fall etwas sexuelles: die einen vergleichen es mit ihrem misslungenen ersten Mal, die anderen mit Geschlechtskrankheiten. Bevor man dann aber doch irgendwie reinkommt, muss man erstmal an den madigen Türstehern des Grauens vorbei und Joshua, bitte zieh heute mal nicht die gestreiften Socken an!


Tresor: Google-Bewertung 3,8

Im Tresor gibt es keine ordentliche Klimaanlage, deswegen sieht man dort oft nackte Männer kämpfen. Foto: Imago Images/PEMAX

Der Tresor in Berlin zählt zu den bekanntesten Technoclubs der Welt. 1991 wurde er im Tresorraum des ehemaligen Wertheim-Kaufhauses beim Leipziger Platz eröffnet und war damit der erste Technoclub Berlins. Im September des selben Jahres wurde auch das gleichnamige Plattenlabel Tresor Records ins Leben gerufen. Der Club hatte von Beginn an einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Szene in Deutschland und Europa. Zahlreiche DJs haben hier aufgelegt, für einige war dies der Beginn ihrer Karriere.

Im April 2005 fand die letzte Veranstaltung in den alten Räumlichkeiten statt, bevor das gesamte Gebäude schließlich abgerissen wurde. Seit Mai 2007 eröffnete der Club erneut im stillgelegten südlichen Trakt des Heizkraftwerks Berlin-Mitte, nachdem zwischenzeitlich unter dem Motto „Tresor im Exil“ Tresor-Partys in anderen Clubs, wie dem SO36 stattfanden. Ein Teil der originalen Schließfächer aus der ehemaligen Location wurden erhalten und in einem der neuen Veranstaltungsräume eingebaut.

Im Tresor kann man noch nacken Männern beim Kämpfen zusehen. Leider sind auch hier die Türsteher echte Problemkinder, sie machen einen fetten, arroganten und lesbischen Eindruck und haben keinen Sinn im Leben, außer Chips und RTL. Schade um die CD, Silvan!


Watergate: Google-Bewertung 3,5

Das Watergate ist ein geiler Ort zum Daumen-Catchen spielen. Imago Images/Travel-Stock-Image

Im Oktober 2002 eröfftene das Watergate in einem Bürogebäuder an der Oberbaumbrücke in Kreuzberg. Sechs Jahre später wurde an gleicher Stelle das Plattenlabel Watergate Records ins Leben gerufen, welches Mix-CDs und Vinylplatten der DJs produziert, die im Watergate auflegen. Der Club am Spreeufer besetzt zwei Stockwerke und verfügt damit über zwei Floors, den oberen Mainfloor und den unteren Waterfloor. Letzterer führt zu einer Außenterrasse auf der Spree.

Einfach nur Club um nichts, die Leute hier hüpfen ohne Grund und an Stelle vom Berghain-Karl-Lagerfeld wirst du hier von Watergate-Heidi-Klum nicht reingelassen. Aber geiler Ort zum Daumerncatchen! *zwinker-zwinker*


Wilde Renate: Google-Bewertung 3,7

Nicht nur die Renate, sondern auch ihre Türsteher sind wild: Der Gorilla und der adelige Honk von Papagei lassen nicht jeden rein. Imago Images/F. Anthea Schaap

Die Wilde Renate, ehemals unter dem Namen Salon zur wilden Renate bekannt, ist ein Berliner Technoclub im Ortsteil Friedrichshain. 2007 wurde der Club gegründet und befindet sich in einem ehemaligen Mietshaus Nähe Elsenbrücke. Besonderheit der Renate sind die zahlreichen Räume in denen weniger bekannte bis prominente DJs des Techno- und House-Genres auflegen.

Neben den Partys finden vor Ort auch immer wieder andere kulturelle Veranstaltungen statt. Besonderes Aufsehen beliebt war die Labyrinth-Installation der Künstlergruppe Karmanoia, die von 2010-2014 auf dem Gelände der Wilden Renate aufgebaut war. Wie lange uns die Renate noch erhalten bleibt ist fraglich, denn der Club liegt auf der Fläche, die für den Weiterbau der A 100 vorgesehen ist.

Die Wilde Renate ist eigentlich ganz okay, wären da nicht die Türsteher: Nachdem man es am Gorilla und dem adeligen Honk von Papagei vorbeigeschafft hat, muss man es auch noch mit dem Masochisten aus dem Film Davinci Code aufnehmen. Endgegner Willy (Mental) Wonka bildet dann den krönenden Abschluss und ein vorzeitiges Ende der Partynacht.


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