Party

Club-Update: CTM im Berghain, Northern Electronics im Tresor

Das Club-Update für Berlin: Für nerdige Fans elektronischer Musik wird es ein starkes Wochenende. Denn im Berghain steht die große CTM-Klubnacht an und das schwedische Label Northern Electronics feiert seinen zehnten Geburtstag im Tresor. Wer sich einfach nur austanzen will oder eben ein bisschen cruisen, hat Berlin aber natürlich auch etwas im Angebot, zum Beispiel die Gegen im RSO.


CTM im Berghain

Wie eine Trutzburg des Techno steht das Berghain in Friedrichshain. Foto : imago/imagebroker

Viele Acts des CTM-Festivals sind nicht unbedingt etwas für ungeschulte Fans der elektronischen Musik. Einfach zugängliche Four-to-the-Floor-Musik findet man dort selten, stattdessen regieren Breaks, ungewöhnliche Vocals und schnelle Basslines, die auch schon mal in schrille Acid-Crescendos münden. Bei der großen CTM-Klubnacht im Berghain mischen etwa LustSickPuppy von Gabber bis Rap alles in einem Topf und werfen nochmal Blut und Glitzer obendrauf. Und Mookie vom afro-diasporischen Kollektiv Jokkoo aus Barcelona serviert beim Auflegen ein wildes Potpourri aus Afrobass, Ghetto Tek, Dubstep und allem anderen, das ihm so einfällt, um im Ergebnis ein eklektisches und einzigartiges Set zu präsentieren. Außerdem spielen aber auch in der Berliner Szene bekanntere Gesichter wie Weeeirdos-Gründerin Lolsnake, die für ihre treibende Technosets bekannt ist – und Courtesy.

  • Berghain Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Fr 3.2. ab 21 Uhr

10 Years of Northern Electronics im Tresor

Wenn die Northern-Electronics-DJs auflegen, ihre eigenen Produktionen oder eben das, was sie für ihre Sets auswählen, dann ist diese Hörerfahrung niemals stumpf oder gespickt mit billigen Tricks. Es gibt keine vorhersehbaren Drops oder dramatischen Aufbauten. Stattdessen sind es eingängige und hypnotische Klangteppiche, die sich entfalten, wenn Evigt Mörker, Anthony Linell oder Varg an den Decks stehen. Manchmal mag das alles ein wenig nerdy daherkommen und vielleicht auch ein wenig an diese bestimmte Atmosphäre in Plattenläden erinnern, wo Männer über Musik fachsimpeln und den Frauen, die den Laden betreten, nicht zutrauen, dass sie einen Plattenspieler bedienen können.

Das liegt gar nicht unbedingt am Männerüberschuss bei dem schwedischen Label, sondern vielleicht eher an all den Musiknerds, die Northern Electronics so abfeiern. Aber all das ändert nichts daran, dass aus Northern Electronics wunderschöne Musik sprießt, mal zart wie der Schnee in Nordschweden, mal magisch wie Aurora, mal bedrohlich wie die ewige Polarnacht.

  • Tresor Köpenicker Straße 70, Mitte, Fr 3.2. ab 23 Uhr

Mechatronica im Oxi

Erst Kosmonaut, dann Polygon, jetzt Oxi. Foto: Oxi-Garten

Die Crew der Mechatronica blickt auf jahrelange Party-Erfahrung zurück, schon in der alten Griessmühle organisierte sie Events für die Annalen. Immer wieder lässt DJ MELL G jemanden die Worte “Juicy Gang” in einen ihrer ersten eigenen Tracks reinwerfen, es sind auch die Worte, die auf ihrem Handrücken tätowiert sind und die Namensgeber für ihr Label sind. Später sind es dann Lines wie “Sorry baby, you get death by pussy”, die ihre bouncigen Electro-Tracks begleiten. Am Samstag legt DJ MELL G, die mit Beginn der Pandemie eine DJ-Karriere gleich einem Raketenstart hingelegt hat, bei der Mechatronica im Oxi auf. Unter anderen hat die Mechatronica außerdem die ukrainische DJ Poly Chain eingeladen, deren Sound von Breaks gezeichnet ist und doch federleicht wirkt.

  • Oxi Wiesenweg 1-4, Friedrichshain, Sa 4.2. ab 23 Uhr

Venus Vessels im Ohm

Seit vergangenem Herbst mischt eine neue queere Partyreihe die Berliner Szene auf. Die FLINTA-fokussierte Venus Vessels hat ihren Anfang in den Windungen des Berliner Undergrounds genommen, doch nach der ersten Ausgabe ist es damit vorbei. Das Publikum, die Organisator:innen und natürlich die DJs haben die Partyreihe umgehend ins Orbit der hippen Partyreihen katapultiert. Musikalisch serviert die Venus Vessels das, was gerade besonders gut auf den Dancefloors der Stadt ankommt: High NRG und House, Disco und Hard House, Eurodance und Trance. Bei der kommendem Ausgabe spielen unter anderen THC und Byron Yeates, die sich zum Beispiel bei der Radiant Love einen Namen in Berlin und darüber hinaus erspielt haben. Location der Party ist das Ohm, das sich gut für schwitzige Raves eignet und dazu mit seinen weißen Fliesen eine einzigartige Atmosphäre bietet.

  • Ohm Köpenicker Straße 70, Mitte, Sa 4.2. ab 23 Uhr

Gegen Social

Gar nicht mehr so neues Kulturzentrum mit Club in Niederschöneweide: Das RSO. Foto: Imago/Pop-Eye/Christian Behring

Im Kitkat toben die Gäste der Gegen durch die unterirdischen Gewölbe des Gebäudes, wo Krankenhausbetten und ein gynäkologischer Stuhl bereitstehen, bereit für kinky Zeitvertreib. Im RSO dagegen warten Wände aus nacktem Beton, die mehrere Stockwerke in die Höhe ragen, bis sich der Blick irgendwann in der Dunkelheit verliert. Am Freitag legt auf besagtem Technofloor unter anderen ihren brettharten, oft dystopischen Techno auf. Auf dem Summe-Floor wird’s unterdessen wärmer und fröhlicher, wen Lab-Resident Luigi di Venere spielt.

RSO Schnellerstraße 137, Niederschöneweide, Fr 3.2. ab 22 Uhr


Rave ‘n’ Cruise im Zenner

Der Zenner hat sich inzwischen fest auf der Landkarte der Berliner Clubs etabliert. Foto: Luka Godec

Hammer Line-Up, betörende Location, wohlüberlegtes Konzept: Am zweiten Februarwochenende wartet eine Party für die Ewigkeit, organisiert von niemandem anders als dem Produzenten und DJs Gene on Earth. Wer ein Gefühl für den aalglatten new-yorkigen Groove und Geschmack von Gene of Earth bekommen will, sollt in den RA-Podcast reinhören. Neben dem Host selbst spielt zum Beispiel auch die grandiose DJ Fart in the Club, deren energetische Sets nie, aber wirklich nie langweilig werden. Und wer sich auf der 25 Stunden langen Party zwischendurch mal ausruhen möchte, kann das bei ausgesuchten Ambient-Klängen tun.

  • Zenner Alt-Treptow 15, Treptow, Sa 11.2. ab 22 Uhr

Mehr zur Clubszene in Berlin

Die Berliner Clubszene hat eine lange Geschichte. Wir zeigen euch legendäre Clubs und Bars in West-Berlin, die nicht mehr existieren. Außerdem geht’s hier zu den besten Clubs in Berlin in den 1990er-Jahren. Kreuzberg gehört zu den Partybezirken schlechthin in Berlin. Wo das Nachtleben in Kreuzberg tobt, von der Spree bis zum Mehringdamm, steht hier. Noch mehr los ist wohl nur im Nachbarstadtteil: Alles zum Nachtleben in Friedrichshain von Boxi bis Berghain haben wir hier zusammengestellt. Neukölln ist der Bezirk der Undergroundclubs und Eckkneipen. Den Guide zum Nachtleben in Neukölln gibt’s hier. Alles zu den Berliner Clubs und Nachtleben in Berlin findet ihr hier.

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