Clubkultur

Clubs in Berlin: Kater-Blau-Wiedereröffnung und Spaceship im Mensch Meier

Vergangenes Wochenende das Sisyphos, dieses Wochenende das Kater Blau: Der Club am Friedrichshainer Spreeufer, der Nachfolger der legendären Bar25, öffnet wieder das ganze Wochenende und das auch noch in seinen regulären Innenräumen. Inzwischen fühlt es sich in den Clubs in Berlin fast an, als hätte es nie eine Pandemie gegeben. Beinahe alle Clubs haben wieder ihre Innenräume geöffnet (allerdings nur für Geimpfte und Genesene) und man kann sich wieder voll der wogenden Masse aus Körpern und wahlweise schnellem, harten Techno oder funkigem, fröhlichem, vocal-lastigem House, Minimal oder Tech House hingeben. Und den Rausch zelebrieren.

Das geht dieses Wochenende übrigens so inklusiv wie selten: Im Mensch Meier steigt nach langer Pause wieder eine Spaceship Party, bei der auch Menschen mit Behinderung auflegen. Außerdem versprechen die Line-Ups im Berghain und im Æden fantastische Nächte. In unserem Club-Update empfehlen wir die besten Partys der Stadt.


Kater-Blau-Wiedereröffnung: Das ganze Wochenende tanzen

Nach scheinbar endloser Pause öffnet dieses Wochenende das Kater Blau. Imago Images/Emmanuele Contini

Den Sommer über feierten Fans und Team des Kater Blau im Holzmarkt ein paar Dutzend Meter weiter, dort, wo bis 2011 die legendären und nicht enden wollenden Partys der Bar25 stattfanden. Jetzt aber ist es draußen nass und kalt geworden, höchste Zeit also, dass die Räume des Kater Blau wieder mit tanzenden, stampfenden Füßen erfüllt werden. Dieses Wochenende ist es endlich soweit, und wie es sich für eine Eröffnungsparty im Nachfolger-Club der Bar25 gehört, geht die Party durchgängig. Unter anderen spielen Katerblau-Lieblingsgast Franca, Sarah Wild und Mira.

  • Kater Blau Holzmarktstraße 25, Friedrichshain, ab Fr 23.55 Uhr das ganze Wochenende

Mama Snake im Æden 

Inzwischen friert man in der Schlange zum Club mehr, dafür hat das Æden aber auch seine Innenräume geöffnet. Foto: Imago/Jürgen Held

Mama Snakes Fans, so heißt es, sind besonders hingebungsvoll, wenn sie zu ihren Sets tanzen, besonders energetisch. Sie bringen die Stimmung auf dem Dancefloor zu einem Level, an dem man gar nicht anders kann, als sich dem Tanzen ebenfalls komplett hinzugeben. Wir haben es erlebt. Und können bestätigen: Diese legendären Momente auf der Tanzfläche entstehen nicht einfach so, sondern weil Mama Snake einfach grandios auflegt. Am Samstag spielt die Kopenhagener DJ im Æden. Wer mal wieder richtig tanzen, statt die Nacht quatschend in einer dunklen Ecke eines Clubs zu verbringen, ist bei dieser Party richtig.

  • Æden Schleusenufer 3, Kreuzberg, Sa 23.10., ab 22 Uhr

Boris im Berghain und Honey Dijon in der Panorama Bar

Die Schlange vorm Berghain wird am Samstag und Sonntag wahrscheinlich endlos. Foto: imago/Owsnitzki

Seit Anfang Oktober ist in Berlin wieder möglich, worauf tausende monatelang gewartet haben: Das Berghain ist wieder geöffnet, und zwar nicht nur der Garten mit angezogener Handbremse und nicht ganz so lautem Sound oder im Rahmen einer Ausstellung, sondern so richtig. Endlich wieder tanzen im Berghain auf dem Sweet Spot, wo die Musik perfekt austariert ist und die Bässe so klar wie nur möglich ankommen. Endlich wieder in der Panorama Bar die Hände in die Luft werfen, endlich wieder die Augen zusammenkneifen, wenn die Jalousien aufgehen.

Wer weiß, vielleicht spielt diese Woche ja sogar Everybody’s Darling Boris das Closing. Der führt nämlich das Line-Up für Samstagnacht im Berghain an. In der Panorama Bar spielt Honey Dijon mal wieder ihren unvergleichlichen Sound, außerdem legt dort Allround-Talent Ryan Elliott auf.

Übrigens: Tickets gibt’s im Berghain nicht – es hätte wohl auch alle überrascht, wenn es so gewesen wäre.

  • Berghain Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Sa 22.10., 23.55 Uhr

Spaceship im Mensch Meier

Eine der letzten Outdoor-Partys gibt es am Wochenende im Mensch Meier. Foto: Imago/Tagesspiegel

Wie oft sind Menschen mit Rollstuhl im Club unter den Tanzenden? Wie viele DJs mit Behinderung habt ihr in eurer Partykarriere an den Plattenspielern gesehen? Selten und noch nie lauten bei den meisten die Antworten, jede Wette. Inklusion funktioniert auch in der Clubszene eher schlecht als recht. Umso wichtiger ist, dass am Samstag nach langer Pause endlich wieder die erste Spaceship Party im Mensch Meier stattfindet. Denn dort legen nicht nur Menschen mit Behinderung auf und tanzen, sondern sie feiern auch zusammen mit allen anderen. Die Betonung liegt hier auf zusammen: Zu oft werden Menschen mit Behinderung in Deutschland von der Gesellschaft getrennt, abgeschirmt in Werkstätten oder Heimen. Davon abgesehen lohnen sich die Spaceship-Partys allein wegen der Musik jedes Mal.

  • Mensch Meier Storkower Straße 121, Prenzlauer Berg, Sa 23.10. 14-22 Uhr

Monkey Safari feiern Album-Release-Party im Ritter Butzke

Clubs in Berlin: Das Ritter Butzke bringt Leben an den Moritzplatz
Seit 12 Jahren bringt das Ritter Butzke Leben an den Moritzplatz. Foto: Imago/F. Anthea Schaap

Monkey Safari verkörpern Leichtigkeit, Lebenslust, das Gefühl, wenn man auf der Fusion an einem der ersten Festivaltage auf das Gelände geht, schon etwas angetrunken, sich etwas erhöht hinstellt und auf der ravenden Dancefloor schaut. Das neue Album dürfte diesen Gefühlen nicht nachstehen. Am Freitag stellen die beiden Brüder aus Halle „Love Will Set You Free“ vor und spielen obendrein noch die ganze Nacht, also zehn Stunden lang.

  • Ritter Butzke Ritterstraße 26, Kreuzberg, Fr 22.10. ab 23 Uhr

Nur noch Abendkasse im Sisyphos

Hinter dem Tor des Sisyphos liegt ein zauberhafter Ort. Foto: Imago/Schaap

So langsam ist in Berlins Feierszene wirklich wieder fast alles wie vor der Pandemie. Wer noch daran zweifelt, den dürfte diese Nachricht überzeugen: Die langen Wochenenden im Sisyphos sind zurück, wo Gäste tage- und nächtelang in eine Parallelwelt voll bunter Lichter und Laser, verwinkelter dunkler Ecken und absurder Details entdecken können. Gleichzeitig schafft der Club die Vorverkaufs-Tickets ab. Dafür müssen sich Gäste auf der Website des Clubs anmelden, den „Entenpass“ mit QR-Code herunterladen und an der Tür vorzeigen. Es gilt 2G.

  • Sisyphos Hauptstraße 15, Rummelsburg, Fr 22 Uhr bis Mo 8 Uhr

Schwuz öffnet am 30. Oktober wieder

Dass die Schwuz-Türen geöffnet waren, ist nun schon bald anderthalb Jahre her. Foto: Guido Woller

Anders als viele andere Berliner Clubs hat das Schwuz keinen Außenbereich, in dem es Partys veranstalten oder einfach nur Drinks ausschenken kann. Leider. Denn das Schwuz ist nicht einfach irgendein Club, sondern einer der wichtigsten Räume für queeres Leben in Berlin. Aber es gibt Trostpflaster: Soli-Fanartikel kann man im SchwuZ-Shop kaufen. Und: Die SchwuZ-Crew hat bekannt gegeben, am 30. Oktober wieder öffnen zu wollen: mit neuem Programm und umgebauten Räumen.

  • SchwuZ Rollbergstraße 26, Neukölln

Chillen und Tanzen im Yaam

Endlich wieder im Yaam auf dem Liegestuhl sitzen und auf die Spree schauen! Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Der Oktober präsentiert sich unverhofft golden und deswegen bietet es sich an, die Wochenenden und Feiertage im YAAM zu genießen. Das YAAM hat außer Montags von Mittags bis Mitternacht geöffnet und am Wochenende gibt’s meistens tolle Veranstaltungen.

  • YAAM An der Schillingbrücke 3, Friedrichshain, Sa 2.10 ab 15 Uhr, So 3.10. ab 14 Uhr, Eintritt frei

Extrawelt im Watergate

Clubs in Berlin: Das Watergate ist über die Grenzen Berlins bekannt.
Hat wieder geöffnet: das Watergate. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Das Watergate ist einer der Clubs, die ihre Partys im Pandemiesommer nicht einfach in einen eigenen Außenbereich verlagern konnten. Deswegen veranstaltete der Club einige Open-Airs spreeaufwärts im Sage Beach. Mit dem Ende des Sommers ist das Watergate nun aber zurück in seine Indoor-Räume gezogen. Dieses Wochenende kommen am Sonntag Pan Pot ins Watergate

  • Watergate Falckensteinstraße 49, Kreuzberg, Sa 24.10., 22 Uhr

Berlin Atonal 2021: Metabolic Rift und Konzerte

Nach einem Jahr Pause wegen der Pandemie ist die Atonal zurück im Kraftwerk. Foto: Frankie Casillo

Laserstrahlen, die die Dunkelheit durchschneiden, experimenteller Sound und aufwendige Projektionen, ein Gebäude, das mit seiner industriell-monumentalen Architektur beeindruckt: Nachdem im letzten Herbst das Kraftwerk in der Köpenicker Straße wegen Corona geschlossen blieb, ist das Festival Berlin Atonal in diesem Jahr wieder zurück, mehr lest ihr hier. Zum Programm gehört auch eine geführten Ausstellungstour, die Besucher:innen in Räume führt, die bisher für die Öffentlichkeit nicht betretbar waren – zum Beispiel im Tresor. Wie jedes Jahr vereint die Berlin Atonal revolutionäre Sounds und Musik mit visuellen Effekten. Dieses Jahr ist die Atonal-Erfahrung länger als sonst erlebbar: vom 25. September bis zum 30. Oktober. Dazu gibt es sieben Konzerte, das erste findet am Sonntag, den 26. September statt.

  • Berlin Atonal: Metabolic Rift Kraftwerk, Köpenicker Str. 70, Di-So außer Do (da Konzerte), tägl ab 12 Uhr, Tickets online, Führungsdauer zwei Stunden, Start alle 15 Minuten, letzter Slot 21-21.30 Uhr

Wieder Feiern im Soda

Lange hatte das Soda nur seinen provisorischen Außenbereich geöffnet, jetzt steigen auch wieder Partys drinnen. Foto: Imago/Pop-Eye

Auch das Soda hat wieder seine Innenräume geöffnet. Freitag und Samstag geht’s um 21 Uhr mit beliebten R’n’B-Sounds, HipHop, Minimal und Charts los. Donnerstags öffnen die Türen ab 19 Uhr für Fans von lateinamerikanischen Klängen wie Salsa Cubana, Bachata, Mambo und Kizomba.

  • Soda Club Schönhauser Allee 36 (Kulturbrauerei), Prenzlauer Berg

Oxi Garten vorerst geschlossen

Der Oxi Garten ist bis auf Weiteres geschlossen, da die Betreiber:innen Ärger mit Lärmbeschwerden haben, der zuvor gelöst werden muss. Genaues zum Ärger des Oxi mit dem Bezirksamt und den Nachbarn lest ihr hier.

  • Oxi Garten Wiesenweg 1-4, Friedrichshain

Bier mit Krone im Frannz Club

Clubs in Berlin: Der Frannz Club hält die Stellung in Prenzlauer Berg
Im kulturellen Zentrum des Prenzlauer Berg, der Kulturbrauerei, liegt auch der Frannz Club. Foto: Imago/Joko

Ja, der Prenzlauer Berg hat noch Clubs. Einer davon ist der Frannz Club auf dem Gelände der Kulturbrauerei. Und der hat nicht nur Innenräume, sondern auch einen Biergarten nach hinten raus. Montags bis samstags von 16 bis 23 Uhr und sonntags von 18 bis 13 Uhr empfängt der Frannz Club wieder Gäste. Es gibt Burger, Flammkuchen, Salate und neben frischem Bier natürlich auch allerlei andere kalte Getränke. Außerdem finden wieder Konzerte im Frannz Club statt – und die Partyreihen „Die Schöne Party“ und „Fisch sucht Fahrrad“ sind auch zurück.

  • Frannz Club Schönhauser Allee 36 (Kulturbrauerei), Prenzlauer Berg, Mo-Fr ab 18 Uhr, Sa ab 13 Uhr, So ab 17 Uhr

Roughe Tunes und kalte Getränke im Revier Südost

Clubs in Berlin: Der Beargarten im Revier Südost ist offen. Foto: Friederike Ossenschmidt
Clubs in Berlin: Der Beargarten im Revier Südost ist offen. Foto: Friederike Ossenschmidt

Wegen eines Rassismus-Vorfalls im Revier Südost ist der Open-Air-Club derzeit geschlossen. In einem Statement gab das Revier Südost an, man wolle sich intensiv mit den Vorwürfen auseinander setzen und das Gespräch mit dem Betroffenen suchen – unter den Augen einer Mediatorin.

Weiterhin geöffnet ist aber der Baergarten, also der Biergarten des Geländes und die Flanke-Bar in einem anderen Teil des riesigen Revier-Südost-Geländes. Dort liefen während der EM Fußballspiele, jetzt gibt’s freitags Kino – für das man allerdings Tickets reservieren muss. Im Baergarten gibt’s außerdem regelmäßig Comedy, ab Freitag, 24. September, außerdem das Craftbeer-Festival „Oktobaerfest“.

  • Revier Südost Schnellerstraße 137, Schöneweide, Baergarten Mo-Fr 14-22 Uhr, Sa+So 12-23 Uhr, weitere Infos hier

Party, Performances, Workshops in der Trauma Bar

Die Trauma Bar ist ein echter Gewinn für die gesichtslose Gegend um den Hauptbahnhof. Und ein Allrounder: Dort werden Filme und Installationen gezeigt und jede Woche gibt es Partys, Konzerte oder Talks – meist mit einem politischen Hintergrund. Jetzt ist die Trauma Bar zurück, wieder mit einem vielfältigen Programm.

  • Trauma Bar und Kino Heidestraße 50, Moabit

Wieder Partys im Suicide Club

Außengelände des Suicide Club: Es geht wieder richtig los. Foto: tipBerlin

Wie auch schon 2020 fuhr der Suicide-Club in diesem Sommer zuerst einen Biergarten-Betrieb, seit dem 26. Juni geht es aber wieder anders. Üblicherweise öffnet der Club um 16 Uhr seine Türen und lädt die DJs, die mit harten Rhythmen dafür sorgen, dass die Füße der Gäste nicht still stehen bleiben.

  • Suicide Club Revaler Straße 99, Zugang über Warschauer Brücke, Friedrichshain

Der Club der Visionäre lebt wieder

Musik, Wasser, Bretter: Die Stimmung im Club der Visionäre ist immer besonders. Foto: Imago/Travel Stock Image

Letzten Sommer ist der Club der Visionäre, nachdem er im Juni 2019 abgebrannt war, mit voller Kraft wieder zurückgekehrt. Aber dann kam die Winterpause und viel schneller als geplant kehrte wieder Ruhe ein am Flutgraben. Jetzt ist er auch für die Sommersaison 2021 wieder da – und zwar täglich.

  • Club der Visionäre Am Flutgraben 1, Kreuzberg, täglich ab 15 Uhr

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