Berlin verstehen

Das sind die 12 nervigsten Typen, denen man auf Berliner Tanzflächen begegnet

Die Corona-Pandemie verbietet es derzeit, zu feiern und sich auf Tanzflächen zu tummeln. Aber das heißt nicht, dass wir nicht in Nostalgie an vergangene Partynächte versinken dürfen. Nur: Wenn wir das tun, sollten wir nicht vergessen, dass meistens nicht alles toll ist in so einer Nacht. Fast immer sind Menschen da, die einem so richtig auf die Nerven gehen. Dazu gehören zum Beispiel die, die ohne Rücksicht drängeln, die auf der Tanzfläche so laut ihre Gespräche führen, dass man sie über die Musik hinweg hört, oder solche, die ihre Hände nicht bei sich behalten können. Wir haben die 12 nervigsten Typen, denen man auf Berliner Tanzflächen begegnet, in eine Liste gepackt.

Die, die viel zu viel Platz einnehmen

Elaine Benes Dancing GIF - Find & Share on GIPHY

Es gibt Menschen, denen sieht man den Spaß am Tanzen bei jedem Schritt, bei jeder Bewegung an. Die tanzen und freuen sich und man freut sich mit, weil ihre Bewegungen so elegant, so prägnant, so kreativ sind. Meistens beanspruchen diese Menschen vergleichsweise wenig Platz, ihre Bewegungen entfalten ihre Schönheit im Kleinen. Und dann gibt es die, denen das Tanzen Spaß macht und die gleichzeitig allen, die sich in ihrem Umkreis befinden, dieses Vergnügen zunichte machen. Diese Menschen tanzen so ausschweifend, dass sich um sie herum ein kleiner Kreis bildet.

Sie stoßen den anderen ihre Ellenbogen in die Seiten, drehen ihren Kopf so, dass einem ihr mit Schweiß vollgesogener Zopf ins Gesicht klatscht und treten, nein, springen einem auf die Füße. Das Schlimme ist: Manche von denen denken, der Kreis um sie herum bilde sich, weil die Mitfeiernden ihren Tanzstil bewundern wollen, ungefähr so wie in den Tanzfilmen aus den Nullerjahren. Doch im Unterschied zu den rücksichtsvollen Tanztalenten sieht das, was die Raumgreifer*innen fabrizieren, meistens ziemlich unterirdisch aus.


Die Drängler*innen

Wer auf der Tanzfläche von A nach B will, muss Rücksicht nehmen. Foto: imago images/Jochen Tack

Wenn man sich gerade an der Bar ein Getränk geholt hat und zurück zu seinen Freund*innen möchte, erscheint die volle Tanzfläche einem manchmal wie ein Meer aus Lava. Nicht weniger schwer ist es, sie zu durchqueren, wenn man niemandem auf die Füße treten oder den frisch gemixten Longdrink über den Rücken kippen will. Man muss Menschen antippen, um sie zu bitten, einen Schritt zu Seite zu gehen, sich durchmanövrieren, manchmal einen Schritt seitwärts machen, manchmal einen zurück und von Zeit zu Zeit beides gleichzeitig.

Das ist anstrengend, aber es bleibt einem nichts anderes übrig, schließlich will niemand die Person sein, die anderen einen Gin-Tonic-Bach zwischen den Brüsten beschert. Eigentlich. Denn es gibt die Menschen, die sich ohne Rücksicht auf andere über die Tanzfläche schieben, den Drink in der Hand und den Blick auf ihr Ziel gerichtet — damit sie bloß niemanden angucken müssen, wenn sie sie unsanft zu Seite schieben.


Die Aufs-Handy-Starrer*innen

Zu einem Club gehört nicht nur die Musik, sondern auch das Licht. Manchmal tragen bunte Scheinwerfer zur Atmosphäre bei, blaue oder grüne oder gelbe Neonröhren oder ganz klassisch ein Stroboskop. Was nie die Stimmung auf der Tanzfläche verbessert: das Licht von einem Handybildschirm. Vielmehr erinnert es einen daran, dass es außerhalb vom Club, außerhalb von der Tanzfläche den Alltag, den Klimawandel und die ganze Welt, die gerade den Bach runtergeht. Abgesehen davon verbreiten Handys so gut wie nie angenehmes Licht. Sie nerven. Und die Menschen, die auf der Tanzfläche stehen und gefühlte Ewigkeiten drauf starren, auch.


Die Laberköppe

Das sind die 12 nervigsten Typen, denen man auf Berliner Tanzflächen begegnet
Wenn man den Tanznachbar*innen lauter reden hört, als die Musik wummert, reden sie definitiv zu laut. Foto: imago images/Hans Lucas

Idealerweise ist die Musik im Club so laut, dass man die Gespräche von den Menschen, die gerade einen Laberflash haben und trotzdem auf der Tanzfläche stehen, nicht hört. Aber es haben eben nicht alle Clubs eine Anlage, die so gut ist wie die vom Berghain. Und deswegen muss man sich nicht selten auf der Tanzfläche anhören, wie irgendein Typ jemandem anders ins Ohr brüllt, dass er mehr auf Brüste steht als auf Hintern und was „geile Titten“ ausmacht. Brüllen muss er ja, leise ist es ja nun auch wieder nicht im Club. Oder man bekommt mit, wie jemand ausschweifend über die Ferienhäuser in Dänemark schwadroniert. Oder über seinen Stuhl. Ja, nicht nur alte Menschen reden gerne darüber, auch Raver. Ist ja auch in Ordnung. Aber bitte nicht auf der Tanzfläche, nicht da, wo die meisten anderen sich in der Musik verlieren wollen, Donnerwetter!


Menschen, die shufflen

Braucht es mehr als das Video oben als Erklärung dafür, warum Menschen, die shufflen, einfach uncool sind? Okay, dann noch diesen Satz: Shufflen als Tanzstil ist genau so schlicht und billig wie die Musik in diesem Video.


Die Lächele-doch-mal-Typen

Es gibt sie überall: Die Lächele-doch-mal-Typen. In Cafés und Restaurants, in den Supermärkten und auf der Straße und leider auch in den Clubs. Diese nervigen Typen pirschen sich an, wenn du gerade in Gedanken bist und hauen ihren Spruch raus. Gerade in Techno-Clubs, wenn du vor dich hin tanzt und im Kopf abschweifst, zum letzten Urlaub, zum letzten Date, oder einfach gar nichts denkst, springen sie dich an. Denn wo kommen wir denn da hin, eine Frau, die nicht lächelt! Wie kann sie es wagen, sich auf sich zu konzentrieren und nicht für alle anderen zu lächeln? Am schlimmsten war einmal ein Typ, der meiner Freundin die Schmutzfinger in die Mundwinkel gesteckt hat und sie hochgezogen hat. Sie hat sich noch Stunden danach geekelt.


Die Grabscher

Viel schlimmer, aber seltener auf Berliner Tanzflächen sind die Grabscher. Es ist vielleicht auch der restriktiven Türpolitik an Berliner Clubtüren zu verdanken, dass es hier in Berliner Technoclubs gefühlt weniger sexuelle Belästigung gibt als in Mainstream-Clubs und in Städten, wo die Türen nicht so hart sind. Und den Awareness-Teams, an die sich alle wenden können, die sexuell belästigt wurden. Denn beim Tanzen gibt es nichts Schlimmeres, als von der Musik getragen zu werden, vielleicht mit Freund*innen oder Fremden glückerfüllte Blicke auszutauschen – und dann ungewollt eine fremde Hand zwischen den Beinen, am Po oder an den Brüsten zu spüren.


Die, die alle zehn Sekunden „Jawoll“ schreien

Das sind die 12 nervigsten Typen, denen man auf Berliner Tanzflächen begegnet
Fremdscham pur: die, die bei jeder Gelegenheit „Jawoll“ rufen.Foto: imago images/YAY images

Eigentlich alle, die gerne zu elektronischer Musik tanzen, kennen es: Da setzt eine Bassline ein, die einen abholt und ins Glück schießt, die den Körper zwingt, sich im Takt zu bewegen. Wenn dann einer pfeift oder „Jawooooll“ ruft: geschenkt. Manchmal kann solch ein Ruf die Stimmung noch weiter anheizen. Aber wenn er das alle paar Sekunden wiederholt, wünscht sich wahrscheinlich der Großteil der Tanzfläche, dass die Nervensäge sich an seinem Bier verschluckt. Schließlich sind meisten Gäste da, um die Musik zu hören und nicht, um sich das Gegröle von besoffenen Typen (ja, es sind fast immer Männer, die grölen) anzuhören.


Die Steher*innen

Das sind die 12 nervigsten Typen, denen man auf Berliner Tanzflächen begegnet
Am Rand rumzustehen ist ja verständlich, aber in der Mitte der Tanzfläche? Foto: unsplash/Alexander Popov

Die Steher*innen sind vergleichsweise harmlos und eigentlich machen sie auch nichts Schlimmes. Sie stehen halt, statt zu tanzen. Aber wenn sie das in der Mitte der Tanzfläche tun, nicht für einen Moment oder fünf Minuten oder 15, sondern länger, dann fragt man sich schon, was sie da machen. Warum lehnen sie nicht an der Wand, wenn sie nur stehen und zuhören möchten? Haben sie herausgefunden, dass an dieser einen Stelle der Sound am besten ist? Wenn ja, warum besetzen sie diesen Platz, ohne zu tanzen? Wie gesagt, eigentlich tun die Steher*innen niemandem etwas. Sie neigen dazu, keinen Schritt zur Seite zu gehen, wenn man vorbei will, okay. Sie verbreiten manchmal eine komische Stimmung, wenn sie nur so da stehen. Aber: Besser einen Steher vor dir als einen Grabscher hinter dir.


Die, die immer weiter zurück wandern

Eine volle Tanzfläche, solange sie nicht zu voll ist, bedeutet meistens nur Gutes. Gute Musik, gute Stimmung, eine Menge, die Spaß hat. Aber ab einem bestimmten Punkt nervt eine bestimmte Gruppe von Tänzer*innen ganz besonders: Die, die beim Tanzen immer weiter zurückgehen und dir irgendwann auf die Zehenspitzen treten oder ihre Haare durch dein Gesicht wischen. Das Problem ist, dass sie meistens gerade total viel Spaß am Tanzen haben. Deswegen ist es unangenehm, sie daraus zu reißen und ihnen zu sagen, dass sie nerven. Die Alternative ist: sanft zurück schubsen. Aber das bringt auch nichts, wenn man es immer wieder machen muss und dabei selbst den Spaß am Tanzen verliert.


Die stundenlang Knutschenden

Das sind die 12 nervigsten Typen, denen man auf Berliner Tanzflächen begegnet
Knutschen ja, aber stundenlang? Foto: imago images/David Heerde

Knutschen ist schön, egal ob man es mit seiner großen Liebe oder dem einmaligen Hook-Up tut. Auf der Tanzfläche macht es genau so viel Spaß wie überall sonst. Vielleicht sogar noch mehr, weil man sich in einem Taumel aus Musik, Alkohol und Gefühlen befindet. Aber wenn vor einem ein Paar steht, dass sich gar nicht mehr voneinander lösen kann, dann machen sich bei manchen Singles ungute Gefühle breit. Dann merken sie vielleicht, dass sie gerade irgendwie nicht gönnen können und dass sie auch gerne jemanden zum Knutschen hätten. Außer im Berghain. Da fragen sie sich wahrscheinlich, warum eigentlich niemand mehr auf der Tanzfläche Sex hat, wie früher. Aber mal im Ernst: Eigentlich sollte sich davon niemand von irgendwelchen nicht-gönnerischen Singles davon abhalten lassen, auf der Tanzfläche zu knutschen.


Die, die immer nur meckern

Fast genau so schlimm wie all diese Nervensägen sind die Menschen, die immer was zu meckern haben: über die Musik und die Drinks, die langen Toilettenschlangen und die fehlende Sauberkeit auf den Toiletten. Nicht zu vergessen, über all die anderen Menschen, die auch da sind. Denn wenn man sich die ganze Zeit aufregt, über Jawoll-Rufer und Auf-den-Tanzflächen-Rumsteher, über liebestolle Knutschende und Laberköppe, dann hat man am Ende gar keinen Spaß mehr. Feiern bedeutet auch, tolerant zu sein und andere Menschen um sich herum zu ertragen. Doch es gibt Grenzen. Wer übergriffig wird, hat auf Partys nichts zu suchen.


Mehr nervige Leute jenseits der Tanzfläche:

Menschen, die uns zur Weißglut treiben, begegnen wir nicht nur auf der Tanzfläche, sondern auch unterwegs: Das sind die 12 schlimmsten Arten von Radfahrern in Berlin. Außerdem treffen wir sie draußen. Diese 12 Typen nerven uns in Berliner Parks am meisten. Trotzdem lieben wir unsere Parks. Diese hier sind unserer Meinung nach die schönsten Parks in Berlin. Und obwohl wir Besuch lieben: Das sind 12 Dinge, die Berliner*innen an Touris so richtig nervt. Nicht auf dem Laufenden, was die Corona-Verordnungen in der Hauptstadt angeht? Berlin informiert regelmäßig über alle neuen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Pandemie.

Mehr über Cookies erfahren