World-Garage-Rock

Wargirl spielen im Auster Club

Vintage, aber mit zeitgemäßem Bewusstsein: Wargirl reisen rund um den Globus

Komm, wir gründen eine Band! Das ist immer noch ein magischer Satz. Dem Produzenten Matt Wignall schob er aber immer albtraumhafte Bilder vors innere Auge: Wenn Band, sagte er sich, bitte auf keinen Fall vier Männer mit einem Leadsänger! Seine eigene, die sich dann doch gefunden hat, ist entsprechend eher ein Kollektiv aus drei Frauen und drei Männern. Es soll sich so divers anfühlen, sagt Wignall, wie seine Wahlheimat Long Beach in Kalifornien.

Dass er früher mit den Indie-Rockern Cold War Kids und Mando Diao zusammengearbeitet hat, hört man Wargirl nicht unbedingt an. Zwar hat die Musik auch ein deutliches Garage-Rock-Feeling, aber vor allem bewegt sie sich frei zwischen den Vintage-Sounds verschiedener Musiktraditionen rund um den Globus: Da gibt es Funk und Afrobeats, Post-Punk-Momente und lateinamerikanische Grooves.

Das ist nicht neu, es erinnert an Musik, wie sie etwa schon die Post-Punk-Grrrls The Slits gemacht haben, und selbst das Cover ihres selbstbetitelten Albumdebüts hat den Reiz eines Flohmarkt-Grabbelkisten-Klassikers. Aber solche Musik war natürlich schon immer am allerbesten live: Dann entfaltet sich der ganze Charme dieser Gang – zwischen Wiedererweckung der großen Namen des Funk, Groove und Psychedelik der Sechziger- und Siebzigerjahre und dem Zelebrieren eines viel vielfältigeren Heute.Steffen Greiner

Auster Club Pücklerstr. 34, Kreuzberg, Di 3.3., 20 Uhr, VVK 15 € zzgl. Gebühren


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