Queercore

Cocaine Piss in der Kantine am Berghain

Cocaine Piss pissen lässig auf Kunsthochschulattitüden

Foto: Promo
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Die letzte Berlin-Show ist kein halbes Jahr her. Damals kam das belgisches Quartett um Sängerin Aurélie völlig erschöpft um zwei Uhr morgens im Bei Ruth an, dem Neuköllner Talentschuppen für aufstrebende Punk/Noise-Bands, schaffte im Höchsttempo ihre Instrumente in den zweiten Stock und prügelte ohne Soundcheck ein zwanzigminütiges Set runter, dass den Anwesenden noch Tage später den Gehörgängen rauschte.
Cocaine Piss sind gerade in Punkkreisen (nicht nur wegen ihres Scheißegal-Namens) die Band der Stunde. Mit ihren kurzen, energetischen und auf lässige Weise verpeilten Konzerten eilt ihnen ein Ruf voraus, der sich entschieden von der Kunsthochschul-Attitüde vieler anderer junger Bands, die sich auf Punk und Hardcore beziehen, unterscheidet. Cocaine Piss sind das Resultat reiner Verzweiflung: Aufgewachsen in derselben belgischen Industrie-Kleinstadt, die schon als Kulisse für die deprimierenden Sozialdramen der Dardenne-Brüder herhalten musste, blieb Aurélie, Yannick, Mathias und Julien nichts anderes übrig, als eine Band zu gründen.
Inzwischen sind die vier weit gereist: Sie spielten auf Metal-Festivals und beim Ladyfest (obwohl sie keine Message-Band sein wollen) und haben dieses Jahr in Chicago mit Noiserock-Legende Steve Albini ihr Debütalbum (14 Stücke in, natürlich, 20 Minuten) aufgenommen. Es könnten die besten 20 Minuten des Jahres sein.

Kantine am Berghain Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Di 20.12., 21 Uhr, Abendkasse 12 €

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