Konzerte & Party

Codeine + Schneider TM im Festsaal Kreuzberg

Codeine_c_Laura_Larson_FRIGID_STARSKommt er oder kommt er nicht, der große Temperamentsausbruch? Man hatte die Hoffnung nie aufgegeben, doch am Ende war alles umsonst. Es änderte sich einfach nichts. Codeine blieben stur, gingen partout nicht aus sich heraus. Anfang der Neunziger war Post-Rock zwar noch kein Thema, aber Codeine machten schon einmal vor, wie er geht. Alles bei ihnen basierte auf schleppenden Rhythmen. Gesang gab es gelegentlich, aber streng genommen war es keiner. Stephen Immerwahr murmelte, nuschelte, flüsterte und war gnadenlos in sich gekehrt. Wenn er genug hatte, lief die Musik noch eine Weile im Zeitlupentempo weiter. Zwei hervorragende Alben haben Codeine auf diese Weise zusammenbekommen. „Frigid Stars“, das erste aus dem Jahr 1990, ist ein Klassiker des Labels Sub Pop. In ihm steckt vieles, was man bei Velvet Underground, Galaxie 500 oder Low gut findet. Jetzt werden diese Songs, alle anderen wichtigen Studioaufnahmen plus die üblichen Ausgrabungen in einer Box neu aufgelegt. Das ist auch der Grund, warum Codeine wieder in der Urbesetzung auf die Bühne gehen – nach 18 Jahren der Untätigkeit. Ein neues Album ist vorerst nicht geplant. Aber wer weiß, vielleicht haben die New Yorker am Ende doch mehr Lust auf eine Langsamkeit, die nur sie so perfekt zelebrieren können.

Text: Thomas Weiland

Foto: Laura Larson / FRIGID STARS

Codeine + Schneider TM Festsaal Kreuzberg, Di 29.5., 21 Uhr, AK: 17 Ђ

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