Konzerte & Party

Coheed And Cambria im C-Club

Coheed And CambriaMan hört, Claudio Sanchez‘ Tag beginne gegen fünf Uhr morgens. Dann fährt der Mann mit der fluffigen Mähne den Computer hoch oder trainiert seine Gitarrengriffhand. Der mönchische Arbeits-Ethos des Coheed-And-Cambria-Sängers passt zur brütenden Weltabgewandtheit, die man der Prog-Zunft nachsagt. Das jüngste Werk der New Yorker Endzeit-Ästheten, „Year of the Black Rainbow“, wartet denn auch mit massigen Multipart-Songs auf, mit wirbelnder Rhythmusarbeit und aufgekratzten Gitarren-Stakkati. In schriller Tonlage singt Sanchez dazu Phantastisches. Klar, dass die Band sich nicht mit einem simplen Konzept-Doppelalbum abgibt. Ein Fünferreigen musste es sein. So ist das jüngste Werk zugleich das erste, gewissermaßen die „Episode 1“ ihrer Sci-Fi-Saga. Der Plot beschreibt einen intergalaktischen Kampf ferner Geschlechter, zentral ist dabei ein Cyborg-Pärchen namens Coheed und Cambria. Entsprechend dramatisch hört sich die Musik an, die die Band gemeinsam mit den Tool-Produzenten Atticus Ross und Joe Barresi brodeln, wuchern, explodieren lässt. Um sich auf das kolossale Traumtheater einzulassen, braucht man im Übrigen kein Kenner der Textmaterie zu sein. Mastermind Sanchez liefert auch noch die Sekundär-literatur: eine Schwarte von 350 Seiten, die er parallel zur Studioarbeit verfasste.

Text: Ulrike Rechel

Coheed And Cambria, C-Club, Mi 16.6., 21 Uhr, VVK: 21 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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