Konzerte & Party

Cold Specks im Postbahnhof

ColdSpecksAl Spx alias Cold Specks ist ein Wandervogel. Sie zieht gerne herum und lässt ihre Gedanken überall hin schweifen. Ursprünglich aus Toronto stammend, lebt die Newcomerin mittlerweile in London, wo sie einen Plattenvertrag bei Mute Records unterschrieben hat. Davon hört man praktisch nichts. In einem Song, der „Holland“ heißt, beschäftigt sie sich mit den Zuständen in einer dortigen Hafenstadt. „Rotterdam goddamn, these starving organs hem and haw mulling over your post-modernity, singt sie mit poetischer Finesse. Aber damit ist das geografische Puzzle von Cold Specks noch nicht vollständig. Musikalisch ist sie wieder woanders zu Hause, nämlich im Blues und im Gospel der amerikanischen Südstaaten. Frau Spx selbst sieht das etwas anders, sie ortet sich lieber im Doom-Soul.

Ihr erstes Album heißt „I Predict A Graceful Expulsion“, übersetzt: Ich prophezeie eine elegante Vertreibung. Mit ihrer Wortwahl übertreibt sie etwas, in den Songs geht es nicht wirklich und schon gar nicht ständig um Weltuntergang oder andere Katastrophen. Aber die Kanadierin leistet mit kraftvollen Gesängen ihren Beitrag zur emotionalen Befreiung und Vertreibung von Dämonen. „I am a goddamn believer“, resümiert sie kämpferisch. Es ist ein Kampf, der ohne Helfer nicht vorstellbar wäre. Der wichtigste von ihnen ist Rob Ellis, er wird in den Album-Credits ausdrücklich als „geistiger Berater“ hervorgehoben. Ellis kennt man als langjährigen Weggefährten von PJ Harvey. Einen besseren Starthelfer wird Spx für ihre ergreifenden Lieder kaum finden können. Auch dann nicht, wenn sie sich beim nächsten Mal von einem ganz anderen Flecken auf der Erde zurückmelden sollte.

Text: Thomas Weiland

Cold Specks Postbahnhof, Fr 18.1., 20 Uhr, VVK: 17 Ђ zzgl. Gebühr

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