Konzerte & Party

Converge im C-Club

Converge

Jacob Bannon singt nicht, er brüllt sich in Rage. Kurt Ballou spielt die Gitarre, als durchfahre ihn gerade ein Stromschlag. Ben Koller malträtiert das Schlagzeug mit martialischer Energie und schnellen Knüppelschlägen. So etwas kennt man von Hardcore-Metal-Bands. Sie neigen zu Musik, die sich anhört, als hätten alle einen denkbar schlechten Tag. Bannon und seine Kollegen von Converge wollen aber nicht nur brutale Berserker sein. Zu Beginn, nach Gründung der Band im Jahr 1990, war das noch so. Damals ging es um Adrenalin pur. Inzwischen muss man das differenzierter sehen.
Seit dem vor neun Jahren veröffentlichten Album „Jane Doe“ sind Converge eine andere Band. Eine, die häufig auf Zwischen­töne umschwenkt, Brüche wagt und komplexere Strukturen im Sinn hat. Es ist eine Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist, wie das aktuelle Album „Axe To Fall“ zeigt. Manchmal ist die Band aus Boston nicht zu bändigen und reitet mit dem „Dark Horse“ im Hochgeschwindigkeitsrausch in Richtung Verderben. Aber dann drosselt sie das Tempo plötzlich und lässt Momente der Reflexion zu. Wegen eben dieser Variationen sind Converge längst nicht mehr nur für Freunde aggressiver Rock­musik interessant. Der in Berlin lebende Elektronikproduzent Clark gilt als Fan, ebenso Geoff Barrow von Portishead.  
Beim Konzert indes werden sanftere Töne keine größere Rolle spielen. Converge haben sich in diesem Sommer bewusst gegen zu viele Festivalauftritte entschieden. Ihnen ist wohler bei dem Gedanken, in stickigen Clubs zu spielen und zu schwitzen. Sie wollen sich veraus­gaben. Alles, was unter totaler Erschöpfung rangiert, zählt für sie nicht.

Text: Thomas Weiland

Converge mit Kylesa, Gaza und Kvelertak, C-Club, Fr 23.7., 19 Uhr, VVK: 18,35 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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