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Country-Urknall: „The Bristol Sessions“

West_Virginia_Coon_HuntersMumford & Sons? Iron And Wine? Nein, bei diesen stilvollen Hipstern handelt es sich um die West Virginia Coon Hunters (Foto), die sich anno 1927 auf den Weg nach Bristol, Tennessee begaben. Wie ein Lauffeuer hatte das Gerücht die Runde gemacht, dass die Plattenfirma Victor für den rapide wachsenden, neuen Schallplattenmarkt vor Ort neue Talente sichten wollte. In einer alten Hutfabrik wurde zehn Tage lang ein Aufnahmestudio eingerichtet und jeder, der ambitioniert genug war und etwas zu erzählen hatte, kam zum Vorspielen.

Auf diese Weise wurde der Grundstein für die „recorded Countrymusic“ der USA gelegt, spätere Ikonen wie Jimmie Rodgers und die Carter Family kamen zu ersten Plattenaufnahmen, die nicht nur umgehend ihre Wirkung auf die populäre Country-Musik entfalteten, sondern später auch Keith Richards, Bob Dylan und andere beflügelten.

Mit einer 5-CD-Box ist dieser musikalische Urknall nun dokumentiert. 124 Songs authentischer Hinterwäldler-Folklore, ganz ohne polierte Sporen und Karnevals-Stetson – und ebenso wichtig fürs Verständnis der amerikanischen Musikkultur wie zuvor schon die „Smithsonian Anthology Of American Folk Music“ aus den 1950er-Jahren.    

Text: Hagen Liebing

The Bristol Sessions
5-CD–Box mit 120 Seiten-Buch im LP-Format (Bear Family Records)

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