Konzerte & Party

Courtney Barnett im Heimathafen Neukölln

Courtney Barnett

Unerfahren ist sie nicht. Sie half dem von The Dandy Warhols bekannten Schlagzeuger Brent DeBoer bei Aufnahmen für seine eigene Formation Immigrant Union und veröffentlichte ein Album ihrer Freundin Jen Cloher auf ihrem Label Milk! Records. Richtig los aber ging es für Courtney Barnett vor zwei Jahren mit dem ersten Meisterstück „Avant Gardener“, in dem sie wortreich und gewitzt über ihren Gesundheitszustand und Asthmaprobleme klagt. Noch besser ist das, was sie auf ihrem neuen Album „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ zu Gehör bringt. Hier singt sie so, als wolle sie Worte im Schnelldurchlauf durchgehen, und das auch noch kratzig wie eine Krawallbürste. „I want to go out but I want to stay home“ beschreibt sie den Zwiespalt, den sie nach einer Party-Einladung empfindet.
Die Frau aus Melbourne ist aber auch gut, wenn sie mal einen Gang zurückschaltet. In den fast sieben Minuten von „Kim’s Caravan“ äußert sie Besorgnis über das Ausmaß der Umweltzerstörung am Great Barrier Riff, und das mit aus tiefstem Nick-Cave-Blues genährter brodelnder Energie. Die Songs aus dem INXS-Album „Kick“ hat sie auch schon komplett und im Alleingang auf einer Freiluftveranstaltung gespielt. Sicher nicht die Band, die man mit ihr zuerst assoziiert. Aber Barnett verfügt über eine Persönlichkeit, die ihr auch bei Auftritten außer der Reihe hilft.

Text: Thomas Weiland

Courtney Barnett, Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, Neukölln, So 12.4., 21 Uhr, ?VVK: 16 Euro zzgl. Gebühr

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