Konzerte & Party

Crippled Black Phoenix im Festsaal Kreuzberg

Crippled Black Phoenix

Mag auch bezüglich Crippled Black Phoenix der inflationäre Begriff „Supergroup“ strapaziert worden sein, so sind die Briten von einer durchdesignten Star-Appeal-Allianz mit dazugehörigem Massenvermarktungs-Ansatz ziemlich weit entfernt. Gut, beim Blick auf den Lebenslauf von Bandkopf und Multiinstrumentalist Justin Greaves als einstigem Schlagzeuger der Sludge-Band Iron Monkey und den Doom-Metallern Electric Wizard lassen sich zwei zugkräftige Underground-Namen ins Feld führen. Und auch die Erwähnung von Mogwai-Mitglied Dominic Aitchison zog vielleicht beim 2004er-Debüt „Love Of Shared Disasters“ zugunsten des Promifaktors. Doch Crippled Black Phoenix waren und sind bis auf Gründungskonstante Greaves eher ein personell wie künstlerisch freischaffendes Kollektiv ohne allzu zwingende Stammspieler. Vom (ungewöhnlichen) Instrumenten-Einsatz bis zu den musikalischen Einflüssen konventionslos, feilt das Team an seinen ätherisch schwermütigen Prog-Sound­scapes und schafft es, Pink Floyd, Godspeed! You Black Emperor und Nick Cave im selben Album-Atemzug zu nennen. Ihr neuestes Werk „(Mankind) The Crafty Ape“ ist dann auch der unvermeidliche logische Schritt zum Opus mag­num: Auf dem Doppelalbum inszeniert die Gruppe – mit einem effektiven Ensemble aus Bläsern, Streichern und der singenden Säge – schleppend-apokalyptische Weltuntergangswehmut zur sphärischen Supernova. Für die Livedarbietung gilt somit umso mehr: Augen zu und Ohren auf.

Text: Frank Thiessies

Foto: Kara Rotika

Crippled Black Phoenix, Festsaal Kreuzberg, Sa 24.3., 20 Uhr, VVK: 14 Euro

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