Klassik

Cuarteto Casals spielen im Kammermusiksaal

Wer die besten Musiker der Gegenwart finden will, muss gute Augen haben. Man erkennt sie nicht nur mit den Ohren

Josep Molina/ Molina Visuals

Sondern an bestimmten Leuten im Publikum. Wo etwa der Lockenkopf der Kammermusik-Agentin Sonia Simmenauer im Parkett auftaucht, da bewegt man sich ziemlich sicher auf heiligem Territorium. Sie hat die maßgeblichen Streichquartette alle selber unter Vertrag – beehrt deren Konzerte aber vor allem, wenn etwas wirklich durch die Decke zu gehen verspricht.

Beim neuen Beethoven-Zyklus des Cuarteto Casals werden Schlüssel-Multiplikatoren dieser Couleur alle aufmarschieren. Seit 20 Jahren existiert das wichtigste Quartetts Spaniens. Benannt haben sich die vier, deren 1. und 2. Geige sich abwechseln, nach dem katalanischen Säulenheiligen Pablo Casals; übrigens wegen der humanistischen Ausrichtung seiner Musik. Exklusive Impulse erhielten die ‚Casalse’ durch den ungarischen Kult-Komponisten György Kurtág, der sich besonders um sie gekümmert hat.

Die Austariertheit und Ausnanciertheit, ja das Glasperlenspiel ihrer Kunst, schlägt bei ihnen nie in Überperfektion oder Sterilität um. Sondern behält rußige Schmutzpartikel bei, durch die Musik erst lebendig wird. Zu den großen Beethoven-Quartetten op. 18, Nr. 4 in c-Moll, dem 3. Razumovsky-Quartett und dem cis-Moll-Quartett op. 131 – alles allererste Kanone! – gesellt sich hier ein Widmungswerk des spanischen Nono-Schülers Mauricio Sotelo. Wer wissen will, was heutige Streichquartette können, muss da wohl hin.

Kammermusiksaal Do 25.1., 20 Uhr, Karten 20 bis 45 Euro

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