Konzerte & Party

CunninLynguists im Festsaal Kreuzberg

CunninLynguists

Die Zeiten haben sich geändert. Guter amerikanischer HipHop kommt längst nicht mehr nur aus New York oder Los Angeles. Er kam bisher auch nicht unbedingt aus Lexington im Bundesstaat Kentucky. Doch genau dort traten vor elf Jahren die CunninLynguists zum ersten Mal in Aktion. Den Standortnachteil hat man ihnen nie angehört. Im Gegenteil: Der Abstand zu den Epizentren des Genres hat vielmehr zu einer trotzigen Vertiefung in die eigene Sache geführt. CunninLynguists veröffentlichen nicht bei Konzernen und engagieren keine teuren Produzenten, die sich als Stars in eigener Sache aufführen. Die Alben des Trios hören sich wie ein stimmiges Ganzes an, man stößt durchweg auf geistreiche Raps und nicht alltäglichen Sound. Nach Aussage von Mitgründer Ryan Wisler alias Kno geht es der Crew vor allem darum, die traditionelle Mentalität der Südstaaten zu berücksichtigen. „Es gibt heute viel HipHop, aber er reflektiert so überhaupt nicht die Kämpfe und Schmerzen, die Interpreten im Soul, Jazz oder Blues früher so großartig zum Ausdruck gebracht haben. Es ist bloß Party-Musik. Aber wer will schon Tag und Nacht ständig feiern?“ Mit dem neuen Longplayer „Oneirology“ empfehlen sich CunninLynguists einmal mehr als kluge Gegenspieler von plebejischen Polterern. Und sie haben originelle Einfälle: Wer kommt sonst schon auf die Idee, die wunderbare Marianne Faithfull zu samplen?

Text: Thomas Weiland

CunninLynguists + Pack FM, Festsaal Kreuzberg, Do 14.4., 21 Uhr, VVK: 16 Euro

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