Konzerte & Party

Cyndi Lauper im Admiralspalast

Cyndi Lauper

In den letzten 20 Jahren kam es oft vor, dass Cyndi Lauper Zeitungsartikel über sich lesen konnte а la „Stars der 80er: Was macht eigentlich …?“ Das klingt fast, als habe sie nach ihrem Hit „Girls Just Wanna Have Fun“ von 1983 die Koffer gepackt und ein Hängemattenleben auf Barbados geführt. Dabei hat die New Yorkerin seit der Platte, mit der sie neben Madonna den Soundtrack und den Trödelmarkt-Look der 80er-Girlpower prägte, regelmäßig Alben veröffentlicht. Zu den Grammy-Verleihungen kommt die 58-Jährige auch alljährlich; doch über zahlreiche Nominierungen kam die Frau mit den verschmitzten schmalen Augen seit ihrem Debüt nicht mehr hinaus. Zuletzt landete sie auf der Vorschlagsliste mit einem Album, das selbst Langzeitfans überraschte. Auf „Memphis Blues“ widmet sich Lauper eben diesem und covert Klassiker wie „Rollin‘ And Tumblin'“ von Muddy Waters, „Shattered Dreams“ von Lowell Fulsom oder Bobby Blands „Don’t Cry No More“.
Als Studiomusiker – und nun auch teils als Liveband – stehen ihr Granden zur Seite wie New Orleans-Altmeister Allen Toussaint, B.B. King oder Ann Peebles. Der Rest der Mannschaft, den Lauper vor Ort in Memphis kennenlernte, besteht aus Studiohasen der Stax-Label-Ära. Man gewinnt beim Betrachten erster Konzertmitschnitte den Eindruck, dass die Veteranen ihre ungewöhnliche Frontfrau mit großem Vergnügen begleiten. Lauper selbst macht die Songs mit hell-klarer, teils rotziger Stimme und unverhohlenem New Yorker Kolorit zu ihren eigenen, ohne in bloße Stilübungen zu verfallen. Speziell Bluesliebhaber wurden schnell warm mit Laupers Memphis-Hommage und bescherten ihr endlich mal wieder ein Nr. 1-Album – zumindest in den Blues-Billboard-Charts.

Text: Ulrike Rechel

Cyndi Lauper, Admiralspalast, Di 19.7., 20 Uhr, VVK: ca. 45–55 Euro

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